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Täglicher Alkoholkonsum in größeren Mengen setzt die Leber Schach matt, Wein schadet ihr aber weniger als andere alkoholische Getränke  (Foto: birgitH/pixelio.de)
Täglicher Alkoholkonsum in größeren Mengen setzt die Leber Schach matt, Wein schadet ihr aber weniger als andere alkoholische Getränke (Foto: birgitH/pixelio.de)
Alkohol erhöht die Gefahr für Krebs

Dass das Trinken von Alkohol - insbesondere von größeren Mengen - die Gesundheit schädigen kann, ist keine neue Erkenntnis. Vor allem regelmäßiger Konsum kann Erkrankungen von Herz, Kreislauf, Gehirn, Immunsystem und Haut bewirken. Dass es aber auch eine Verbindung von Alkoholkonsum und der Entstehung von Krebserkrankungen gibt, ist vielen Menschen gar nicht bewußt.

Die American Society of Clinical Oncology (ASCO -Amerikanische Gesellschaft für klinische Onkologie) präsentiert Zahlen, welches Risiko Alkoholtrinken darstellt: Im Jahre 2012 sind 5,5% aller neue Krebserkrankungen und 5,8% aller Sterbefälle auf Grund von Krebs auf Alkohol zurück zu führen. Die ASCO erklärt, dass Krebserkrankungen insbesondere von Brust, Darm, Speiseröhre, Kopf und Nacken Alkoholkonsum als „definitiven Risikofaktor“ haben.

Dr. Bruce Johnson von der ASCO warnt: „Die meisten Menschen assoziieren den Genuss von Bier, Wein und Schnäpsen nicht mit einer steigenden Gefahr von Krebserkrankungen in ihrem Leben. Doch die Verbindung zwischen zunehmendem  Alkoholkonsum und Krebs ist mittlerweile fundiert bewiesen…“

Die wissenschaftliche Gesellschaft findet Belege für Alkohol als definitive Ursache von Krebserkrankungen der Mundhöhle, des Rachens, des Kehlkopfes, der Speiseröhre, der Brust und des Dickdarms (bei Männern). Als mögliche Ursache gilt Alkohol bei Leberkrebs und bei Dickdarmkrebs (bei Frauen). Je mehr jemand trinke und je länger der Alkoholkonsum andauere, desto größer werde das Risiko für eine Krebserkrankung.

In den Studien wird der Alkoholkonsum in verschiedene Klassen eingestuft: da gibt es die Nichttrinker, die als Referenz dienen; dann die leichten Trinker, bei Frauen weniger als ein Glas und bei Männern weniger als zwei Gläser Alkohol am Tag; die moderaten Trinker, was bei Frauen ein Glas und bei Männern zwei Gläser Alkohol am Tag bedeutet; die harten Trinker, das sind ab drei und mehr Gläser Alkohol am Tag bei Frauen und ab vier oder mehr Gläser Alkohol bei Männern.

In Bezug auf Krebserkrankungen von Mundhöhle und Rachen bedeuten im Vergleich zu Nichttrinkern leichter Alkoholgenuß ein 13% erhöhtes Risiko, bei moderatem Alkoholkonsum um 83% und bei hohem Alkoholkonsum um 413%. Bei Speiseröhrenkrebs sieht das Risiko so aus: +26%, +123%, +395%, bei Kehlkopfkrebs: -13%, +44%, +165%; bei Leberkrebs: +/- 0%, +8%, +107%; bei Brustkrebs: +4%, +23%, +61%; bei Darmkrebs: -1%, +17%, +44%.

Bei diesen Zahlen stellt sich die Frage: Kann Alkohol in bestimmten Fällen auch schützend oder nützlich sein? Tatsächlich gibt es laut der Gesellschaft Hinweise, dass bei Krebskranken ein wenig Alkohol Probleme wie Schmerzen, Fatigue, Schluckstörungen und trockenen Mund verbessern helfen. Die ASCO meint, dass Meldungen über präventive Wirkungen eines geringen Alkoholgebrauchs z.B. auf die Herz- und Gefäßgesundheit überbewertet werden. Weil selbst geringe Mengen Alkohol das Krebsrisiko steigerten, würde unter dem Strich der Effekt von Alkohol negativ ausfallen.

Die Gesellschaft setzt sich auch damit auseinander, ob Abstinenz von Alkohol das Risiko vermindert. Anscheinend ist die Datenlage dazu nicht besonders gut. Die ASCO sagt dazu, dass ehemalige Trinker ihre Krebserkrankungsgefahr nach dem Ausstieg aus dem Alkohol nur über eine längere Zeit - als Dauer werden 20 Jahre angegeben - merklich vermindern.

9.11.2017 cs/ Quelle: J Clin Oncol

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