In Europa erkranken jährlich 305.000 Menschen neu an Darmkrebs, davon allein knapp 70.000 in Deutschland. Die Krankheit kann geheilt werden, wenn sie früh genug diagnostiziert wird.
"Ich werde immer wieder gefragt, wann Darmkrebs heilbar sein wird. Er ist es, wenn er früh genug erkannt wird", sagt Prof. Dr. Michael Bamberg, Präsident der Deutschen Krebsgesellschaft in Frankfurt. Und er appelliert: "Gehen Sie zur Darmkrebsvorsorge - jetzt!" Darmkrebs zählt in der westlichen Welt zu den häufigsten Krebsarten überhaupt. Bei Männern ist es die dritthäufigste Krebsform nach Lungen- und Prostatakrebs, bei Frauen sogar die zweithäufigste nach Brustkrebs.
Bisher werden die Untersuchungen zur Früherkennung von Darmkrebs noch zu wenig in Anspruch genommen. Ab dem 50. Lebensjahr sollte einmal jährlich Stuhl auf verborgenes Blut untersucht werden. Bei verdächtigem Befund wird eine Darmspiegelung durchgeführt. Ohnehin sollte spätestens im Alter von 56 Jahren die erste Darmspiegelung durchgeführt werden. "Zur Früherkennung gehört auch, dass man Warnsignale des Körpers ernst nimmt: Veränderte Stuhlgewohnheiten, krampfartige Bauchschmerzen oder sichtbares Blut im Stuhl sind Beschwerden, weswegen Betroffene dringend den Arzt konsultieren sollten", rät Bamberg.
Welche Bedeutung die Früherkennung hat, verdeutlicht zusätzlich folgende Tatsache: Zum Zeitpunkt der Darmkrebs-Diagnose hat sich bei jedem fünften Patienten der Krebs bereits im Körper ausgebreitet. Doch auch hier hat die Forschung in den letzten Jahren erhebliche Fortschritte gemacht. Neue Chemotherapien bekämpfen wirksam den Krebs. Große Hoffnung werden außerdem in biotherapeutische Ansätze in der Krebsbehandlung gesetzt. Damit sind vor allem maßgeschneiderte Antikörper gemeint, die körpereigene Abwehrstoffe imitieren und das Immunsystem im Kampf gegen den Krebs unterstützen.
WANC 18.10.04