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HIV/Aids: Erstes Präventionsmedikament in den USA zugelassen

Die US-amerikanische Arzneimittelbehörde FDA (US Food and Drug Administration) hat am 16. Juli 2012 zum ersten Mal ein Medikament zugelassen, das einen vorbeugenden Schutz gegen die Infektion mit dem HI-Virus verspricht. Das Mittel nennt sich Truvada und stellt das erste Mittel dieser Art dar. Allerdings gibt es auch Vorbehalte gegen das Medikament.

Die FDA betont, dass Truvada mit den Wirkstoffen Emtricitabin und Tenofovir das erste Medikament ist, dass das Risiko einer HIV-Infektion bei nicht-infizierten Personen reduzieren kann. Das Mittel soll von Personen verwendet werden, bei denen eine latent hohe Gefahr für eine Ansteckung vorliegt.  Die FDA sagt, dass Truvada in Kombination mit Safer-Sex-Praktiken angewendet werden soll. Das Medikament ist in Kombination mit einem anderen antiretroviralen Mittel in Deutschland für die Behandlung von HIV-Infizierten zugelassen.

Wie wirksam Truvada vorbeugend wirk, wurde in zwei Studien untersucht. In der ersten nahmen 2499 HIV-negative Homosexuelle, deren Sexualverhalten risikohaft war (Verzicht auf Kondome) das Mittel. Im Vergleich zu den Männern, die das Medikament nicht bekamen, reduziert Truvada das Ansteckungsrisiko um 42%. In der zweiten Studie wurden 4758 heterosexuelle Paare untersucht, bei denen ein Partner HIV-infiziert war, der andere aber nicht. Truvada sorgte bei den nicht-infizierten Partnern für eine um 75% reduzierte Infektionsgefahr. Die mit der Einnahme verbundenen Nebenwirkungen werden als nicht so schwerwiegend beschrieben: Es treten  Durchfall, Übelkeit, Bauchschmerzen, Kopfschmerzen und Gewichtsverlust auf. Nur selten gab es schwere Komplikationen, wie Blutveränderungen oder Nierenversagen.

Allerdings gibt es eine ganz wesentliche Voraussetzung für die Schutzwirkung: Das Medikament muss regelmäßig eingenommen werden. Und selbst dann bietet es - wie die Studien zeigen - keine 100%ige Sicherheit. Doch es gibt noch andere Vorbehalte gegen Truvada:
- Es darf ohne Begleitmedikation nur von Patienten genommen werden, die nicht HIV-infiziert sind, weil es sonst keinen Schutz bietet.
- Ärzte befürchten, dass Truvada als Ersatz für ein Kondom dient.
- Mit zunehmender Anwendung könnte es zu Resistenzen kommen.
- Truvada ist teuer. Selbsthilfegruppen monieren, dass dieses Geld besser in die Behandlung bereits Infizierter gesteckt werden sollte.

wanc 18.07.2012/ Quelle: FDA, NEJM July 11, 2012 (10.1056/NEJMoa1108524)
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