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Foto: Sebastian Hänel/BZgA
Kampagne zum Weltaidstag am 1.12. (Foto: Sebastian Hänel/BZgA)
HIV/AIDS: Weniger Neuinfektionen

Weltweit ist die Zahl der Neuinfektionen mit HIV rückläufig. Doch in manchen Regionen – wie Osteuropa und Zentralasien – gibt es immer mehr Infizierte. Und aus noch einem anderen Grunde warnen Experten davor, sich entspannt zurück zu lehnen. Denn die Übertragungswege von HIV verändern sich dramatisch: Im vergangenen Jahr überwogen die durch heterosexuellen Geschlechtsverkehr übertragenen Infektionen.

Die kürzlich von UNAIDS veröffentlichten Zahlen der Neuinfektionen mit HIV könnten Hoffnung wecken: So infizierten sich im Jahr 2008 ca. 2 Mio. Menschen, während es 1996 noch ca. 3,5 Mio. waren - das entspricht einem weltweiten Rückgang der HIV-Neuinfektionen um bis zu 30%.

Mit etwa 3.000 HIV-Neuinfektionen pro Jahr hat Deutschland derzeit die niedrigste Neuansteckungsrate in Westeuropa. Seit 2007 sind die Infektionszahlen hierzulande nicht mehr gestiegen.

„Diese Daten dürfen aber nicht über die anhaltende epidemiologische Gefahr von HIV/AIDS hinwegtäuschen", unterstreicht der Bochumer Forscher Prof. Dr. Norbert H Brockmeyer, Sprecher des Kompetenznetzes HIV/AIDS. „Denn Fakt ist auch, dass die Zahl der Menschen, die mit HIV/AIDS leben, stetig ansteigt."


Der Spezialist lenkt das Augenmerk vor allem auf die regionalen Unterschiede in der Verbreitung des Virus. So stieg die Anzahl der Infizierten zwischen 2001 und 2008 in Osteuropa und Zentralasien beispielsweise um 66%. In der Ukraine erhält nur etwa jeder fünfte Patient eine adäquate Therapie. Experten schätzen, dass in der Ukraine zwischen 30 und 50% der Drogenabhängigen HIV-positiv sind.

„Wenn wir die regionalen HIV-Epidemien, wie etwa in der Ukraine, nicht in den Griff bekommen, bedeutet das für diese Regionen nicht nur eine menschliche Tragödie sondern gleichzeitig den gesundheitspolitischen und auch wirtschaftlichen Kollaps", warnt Brockmeyer.

Auch in Deutschland sind die regionalen Unterschiede signifikant: Grundsätzlich ist eine erhöhte HIV-Prävalenz in Großstädten und Ballungsräumen festzustellen. Verglichen mit den anderen Bundesländern hat das bevölkerungsreichste Land NRW prozentual die meisten HIV-Erstdiagnosen zu verzeichnen. Nach Höhe der Anzahl der gemeldeten HIV-Erstdiagnosen pro 100.000 Einwohner in Städten steht Köln (mit einer HIV-Inzidenz von 18,09) an erster Stelle, es folgen Düsseldorf (12,64), Berlin (12,04), Frankfurt (11,95), München (11,66) und Hamburg (11,40). 



„Wir müssen regionale Strategien entwickeln, die deutsche Expertise der HIV-Forschung verstärkt anbieten und gleichzeitig vorantreiben", folgert Brockmeyer. Schließlich kommen die Fortschritte in der deutschen HIV-Forschung Betroffenen weltweit zugute. Im Kompetenznetz HIV/AIDS können auf Basis der hier gesammelten Daten und Materialproben von über 8.000 Patienten wichtige klinische- und grundlagenwissenschaftliche Studien durchgeführt werden. Fragen etwa zur Wirkung und Nebenwirkung von Medikamenten, auch bei HIV-infizierten und -exponierten Kindern, zu HIV-Begleiterkrankungen oder über das zunehmend wichtige Thema "HIV im Alter" können durch gezielte Auswertungen der Patientenkohorte beantwortet werden.



Auch die Übertragungswege von HIV verändern sich hier: Erstmalig im letzten Jahr wurden die meisten Infektionen durch heterosexuellen Geschlechtsverkehr übertragen. „Von einer Entwarnung darf aufgrund dieser alarmierenden Zahlen daher nicht die Rede sein", so Brockmeyer.

WANC 26.11.09/ Quelle: UNAIDS: AIDS Epidemic Update: November 2009, Robert Koch-Institut, www.kompetenznetz-hiv.de

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