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Diagnose > Krankheiten > Herz-Kreislauf
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Mann und Frau: Beim Blutdruck zeigen sich nach der Pubertät geschlechtsspezifische Unterschiede (Foto: TK)
Bluthochdruck: Einfluß der Hormone

Männliche Geschlechtshormone beeinflussen die Salzausscheidung in den Nieren und nehmen so möglicherweise Einfluss auf den Blutdruck. Das könnte einen Weg eröffnen, männlichen Bluthochdruck gezielt zu behandeln.

In den ersten Lebensjahren haben Jungen und Mädchen noch den gleichen Blutdruck. Nach der Pubertät ist der Druck in den männlichen Arterien dann etwas höher als bei Frauen. Diese geschlechtsspezifischen Unterschiede sind - neben anderen Faktoren - mitverantwortlich dafür, dass Männer im späteren Leben etwas häufiger als Frauen an Bluthochdruck und den Folgen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall erkranken.

Die Ursachen vermutet Dr. med. Marcus Quinkler vom Campus Mitte des Berliner Universitätsklinikums Charité in den Nieren, die für die Regulierung des Blutdrucks von großer Bedeutung sind. Die Nierenkanälchen - so genannte Tubuli - bereiten den Urin auf. Dies geschieht durch Pumpen in der Zellwänden. Sie befördern Natrium - zusammen mit Chlorid ein Bestandteil von Kochsalz - aus dem Urin wieder ins Blut zurück. Mit dem Salz wird dem Harn auch Wasser wieder entzogen: Die Blutmenge erhöht sich und der Blutdruck steigt.

Die Experimente, die Quinkler mit Kollegen der Universität Birmingham an Nierenzellkulturen durchgeführt hat, erklären den Einfluss des männlichen Geschlechtshormons Testosteron auf diesen Prozess. Zunächst wiesen die Forscher nach, dass es Andockstellen - so genannte Rezeptoren - für Testosteron auf den Zellen der Nierenkanälchen gibt. Sie zeigten außerdem, dass Testosteron die Zahl der Natriumpumpen auf den Tubuluszellen erhöht. Dies führt zu einer vermehrten Durchleitung von Natrium durch die Zelle hindurch. In der Niere wird das Natrium dann direkt ans Blut abgegeben. Ein Hormonblocker hatte den gegenteiligen Effekt

Die Forscher fanden auch die Gene, welche nach Einwirkung von Testosteron im Zellkern aktiv werden und die Bildung der Natriumkanäle anregen. Um deren Wirkung zu testen, bauten die Wissenschaftler diese Gene in normale Nierenzellen ein. Mit eindeutigem Ergebnis: Bei erhöhtem Testosteronspiegel reagierten die Nierenzellen mit vermehrter Bildung von Natriumpumpen. Verwendeten die Forscher defekte Gene, geschah dies nicht.

Wie hoch der praktische Nutzen der Erkenntnis ist, muß sich noch zeigen: Medikamente, die in die dargestellten Stoffwechselwege eingreifen, könnten die hormonelle Komponente des männlichen Bluthochdrucks gezielt beeinflussen.

WANC 12.05.05
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