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Unsere Haut ist das größte Organ und an komplexen Hormonvorgängen im Körper beteiligt (Foto: klaas hartz / pixelio.de)
Unsere Haut ist das größte Organ und an komplexen Hormonvorgängen im Körper beteiligt (Foto: klaas hartz / pixelio.de)
Die Haut wird nicht nur von Hormonen beeinflusst, sie produziert sogar welche

Die menschliche Haut ist das größte und schwerste Organ, das der Mensch besitzt. Sie besitzt eine Fläche von 1,5 bis 2 m² und ein Gewicht von 3,5 bis 10 kg. Doch die Haut ist viel mehr als eine schützende Hülle, sie ist außerdem Wächter des Immunsystems, Temperaturregulator, Sinnesorgan, Kommunikationsmittel und Vitamin-D-Lieferant zugleich. Darüber hinaus ist sie an komplexen Hormonvorgängen im Körper beteiligt, wie man inzwischen weiß.
 
Was die Haut mir Hormonen und Hormone mit der Haut zu tun haben, ist ein umfangreiches Forschungsfeld. Bisher ist es noch längs nicht vollständig entdeckt. Sicher aber ist, dass die Haut von Hormonen beeinflusst wird. Und: Sie ist eine Hormondrüse, sie stellt auch Hormone her. „Wie sich Haut und Hormone wechselseitig beeinflussen und welchen Anteil die ‚Eigenproduktion‘ am gesamten System hat, muss jedoch noch weiter erforscht werden“, gesteht Professor Dr. med. Dr. h. c. Helmut Schatz, BG-Kliniken Bergmannsheil, ein.

Wie die Hormone auf die Haut wirken, zeigt sich u.a. bei der Hautalterung, bei Akne oder Hirsutismus, dem Bartwachstum bei Frauen. Bei der Akne machte man früher Bakterien und Ernährung für die Hautausschläge verantwortlich. Heute weiß man, dass Akne von männlichen Sexualhormonen, den Androgynen, und Stresshormonen verursacht wird. Welche Behandlung bei Akne, schlaffer Haut oder Damenbart hilft, erklärt Professor Dr. med. Stefan Bornstein, Direktor der Medizinischen Klinik und Poliklinik III am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus in Dresden: „Die gemäßigte Akne und der Hirsutismus lassen sich häufig gut mit Antiandrogenen behandeln. Und Östrogene wirken positiv auf die Struktur und Funktionen der Haut vor allem bei Frauen in den Wechseljahren.“ Östrogene - lokal auf die Haut aufgetragen - werden auch eingesetzt, um die Haut dicker, elastischer und feuchter zu machen.

Aktiv oder inaktiv gestellt werden Hormone in besonderen Hautzellen. Sie binden sich an Schaltstellen in der Haut oder tauschen sich mit ihnen aus. Die Produktion von Hormonen in der Haut fördert nur geringe Mengen. Doch nach dem Erlöschen der Eierstockfunktion übernimmt das Unterhautfettgewebe einen erheblichen Teil der Produktion der weiblichen Hormone, der Östrogene. Dennoch bleibt der Östrogenspiegel nach dem Wechsel insgesamt sehr niedrig. Insgesamt sind es 30 verschiedene Hormone und Hormongruppen, die in den Zellen der Haut und des Unterhautfettgewebes aktiv sind. Dazu zählen beispielsweise schmerzlindernde Beta-Endorphine oder ein Hormon, das die Hautpigmentierung fördert.

Berliner Ärzteblatt 05.09.2013/ Quelle: Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE), DMW 2013
 
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