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Medikamente gegen Rheuma sollen auch bei Entzündungen des Auges helfen

Ärzte nennen die Erkrankung Uveitis: das ist eine Entzündung des Augeninneren, der Aderhaut und der Netzhaut des Auges. Sie ist gefährlich, weil sie in schweren Fällen das Augenlicht kosten kann. Um eine Erblindung zu vermeiden, setzen Augenärzte jetzt Wirkstoffe ein, mit denen bisher in der Rheumatologie therapiert wurde. Die Ergebnisse sollen berechtigte Hoffnungen nähren, sagt die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG).
 
Eingesetzt werden bei der Behandlung vor allem Antikörper, die die Entzündung aufhalten sollen. Dazu blockieren sie einen Signalstoff, den Tumornekrosefaktor (TNF) alpha. Genutzt wird diese Wirkung bereits bei Rheuma, kommt jetzt aber auch immer häufiger gegen Uveitis zu Einsatz. Auch bei Morbus Behçet, einer Autoimmunerkrankung, die Haut- und Augen in Mitleidenschaft zieht, funktioniert das. Die Medikamente, die dazu eingesetzt werden nennen sich TNF-Blocker und sind für die Behandlung von Rheuma zugelassen: Infliximab, Etanercept, Adalimumab, Golimumab und Certolizuma dürfen offiziell bei Uveitis nicht angewendet werden.

Bisher liegen auch noch keine langfristigen Erfahrungen beim Einsatz der Mittel gegen Uveitis vor. Das soll sich aber schnell ändern. Das fordert jedenfalls die DOG. Im Augenblick können Augenärzte die Medikamente ausschließlich als so genannte Off-label-Anwendung verwenden, einem nicht explizit zugelassenen Heilversuch. Auch wegen der hohen Behandlungskosten sei die Therapie zurzeit nur in Einzelfällen möglich.

Ein neuer TNF-Blocker soll demnächst als Augentropfen zur Verfügung stehen. Erste Untersuchungen hätte gezeigt, dass der Wirkstoff in die Uvea eindringen kann. In einer Studie an der Charité in Berlin werden die sogenannte ESBA-Augentropfen nun klinisch getestet.



Berliner Ärzteblatt 11.05.2011/ Quelle: Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG); Pleyer, Mackensen, Winterhalter, Stübiger: Anti-TNF-Therapie bei Uveitis; Der Ophthalmologe 2011, 108:13–20; (Springer- Verlag, Heidelberg)
 
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