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Wie wirkt sich Stress auf die Augen aus?

Stress kann krank machen. Besonders wenn er zur Dauerbelastung wird. Dann können Herz, Kopf, Rücken, Magen und Darm, das Immunsystem und der Stoffwechsel darunter leiden, Folgen können u.a. Herzinfarkt, Diabetes, Bluthochdruck oder Tinnitus sein. Jetzt haben Augenärzte der Universität von Kalifornien Hinweise darauf gefunden, dass Stress auch die Augen schädigen kann.

Die Augenkrankheit nennt sich Uveitis. Laut der Augenklinik Sulzbach ist eine Uveitis eine Entzündung der mittleren Augenhaut (Uvea), wobei auch der Glaskörper beteiligt sein kann. Die Uveitis anterior (vordere Uveitis) ist eine Entzündung des vorderen Bereichs der Uvea, die Uveitis intermedia (mittlere Uveitis) betrifft den mittleren Teil der Uvea und die Uveitis posterior (hintere Uveitis) umfasst auch Entzündungen an der Netz- und Aderhaut. Bei der Panuveitis (Uveitis des gesamten Auges) haben  sich Entzündungszellen in allen drei Bereichen verbreitet. Eine Sonderform stellt die Vaskulitis dar, die ebenfalls entzündlich beding istt, aber nicht die Uvea, sondern die großen Netzhautgefäße betrifft. Sie tritt häufig im Gepäck  von Autoimmunerkrankungen oder bei Infektionserkrankungen auf, z.B. bei Tuberkulose oder im Rahmen einer Herpes-Infektion.

Folgen einer Uveitis können Grauer oder Grüner Star und damit Sehbehinderungen sein. Ist insbesondere die Netzhaut und Aderhaut beteiligt, kann es zu großflächigen Zerstörungen kommen, die eine Nachtblindheit oder gar eine vollständige Erblindung nach sich ziehen.

Die Ursachen einer Uveitis können Störungen des Immunsystems und Infektionen mit Bakterien, Viren oder Parasiten sein. Oft tritt eine Uveitis aber auch in Zusammenhang mit einer anderen Erkrankung auf, z.B. bei Gelenkerkrankungen.

Ärzte rätseln, ob auch Stress an dem Entstehen einer Uveitis beteiligt sein kann. Um das herauszufinden, haben Ärzte 80 Patienten mit und 40 Kontrollpersonen ohne Uveitis, alle im Alter zwischen 29 und 59 Jahre, zu verschiedenen gesundheitlichen Vorgängen und ihrer Stressbelastung befragt. Die Stressbelastung wurde anhand eines Verfahrens, der sogenannten Perceived Stress Scale (PSS-10), auf Basis von zehn Fragen mit Punkten von - nie bis 4 - sehr oft bewertet. Dabei bedeutet eine Gesamtpunktzahl von 0-13 geringen, 14-26 mittleren und 27-40 hohen Stress.

Bei Patienten mit Uveitis ergab sich eine um im Durchschnitt 4,9 (zwischen 1,8 bis 6,9) Punkte erhöhte gefühlte Stressbelastung. Ein Unterschied in der Stressbelastung zwischen Patienten mit aktiver und Patienten mit erfolgreich behandelter Uveitis konnte nicht ermittelt werden. In Zusammenhang mit einer hohen Stressbelastung bei Uveitis-Patienten traten häufig eine laufende Immunmodulationstherapie, also eine Behandlung des Immunsytsems mit Medikamenten, eine Depressionserkrankung oder eine vorausgegangene Panuveitis auf.

In einer Bewertung der Ergebnisse weisen die Ärzte darauf hin, dass frühere Studien einen Zusammenhang zwischen einer schlechten seelischen / psychischen Gesundheit und dem Auftreten der Augenentzündung gefunden haben. Und obwohl die Studienleiter sich ziemlich davon überzeugt zeigen, dass Stress sich auf die Entstehung der Uveitis auswirkt, gibt die Studie keine genaue Antwort darauf, ob Stress ein Auslöser oder eher die Folge der chronischen Erkrankung ist. Sie empfehlen dennoch, Patienten mit Uveitis auch psychisch zu betreuen.  

10.12.2018 cs / Quelle: JAMA Opht.

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