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Parodontose kann wahrscheinlich Rheuma hervor rufen

Wer es an Mundhygiene mangeln lässt, schadet damit wahrscheinlich nicht nur seinen Zähnen. Das Bakterium, das für die Entzündungen des Zahnfleisches sorgt, löst möglicherweise auch rheumatoide Arthritis aus. Zumindest findet sich bei Rheumapatienten doppelt so häufig auch eine Zahnfleischerkrankung wie bei gesunden Menschen.

Das Bakterium, um das es geht, nennt sich Porphyromonas gingivalis.  Es lässt sich gerne in den Zahnfleischtaschen nieder und löst dort Entzündungen aus. Damit ist es offensichtlich längst nicht getan. Das Bakterium setzt auch einen Mechanismus in Gang, der sich auf andere chronische Entzündungskrankheiten auswirkt: z.B. auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen, chronisch obstruktive Bronchitis (COPD) und eben auch rheumatoide Arthritis. Wie die Zusammenhänge genau beschaffen sind, das wissen die Ärzte bis heute allerdings nicht.

Es scheint aber so zu sein, dass das Bakterium ein spezielles Enzym bildet, das Infektionen voran treibt. In Laborversuchen entwickelten alle Tiere, die mit dem Bakterium infiziert waren, innerhalb von 29 Tagen Anzeichen einen Rheumaerkrankung. In der Vergleichsgruppe waren es "nur" 28%. Schließlich erkrankten die Tiere mit dem Bakterium um das 1,76-Fache häufiger an rheumatoider Arthritis als nicht infizierte und die Zerstörung von Knochen- und Gelenkknorpelmasse war um das 1,75-Fache vermehrt.

In klinischen Studien zeigte sich, dass Patienten mit Parodontose mindestens zweimal so häufig auch an Rheuma erkrankt waren, wie gesunde Patienten. Außerdem war die Rheumaerkrankung häufig schwerwiegender. Da kann es kaum noch wundern, dass bei der Behandlung einer der beiden Krankheiten sich die Symptome der anderen auch gleichzeitig besserten.

Für die Wissenschaftler bedeutet das, dass Rheumapatienten verstärkt auf Mundhygiene achten sollten. Und Patienten mit Zahnfleischproblemen  sollten die Parodontose möglichst frühzeitig behandeln lassen, um andere chronische Entzündungkrankheiten zu vermeiden.

Berliner Ärzteblatt 16.09.2013/ Quelle: PLoS Pathog 2013

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