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Bei Kontaktlinsen dürfen Pflege und Hygiene nicht zu kurz kommen (Foto: Traumtaenzerin / pixelio.de)
Bei Kontaktlinsen dürfen Pflege und Hygiene nicht zu kurz kommen (Foto: Traumtaenzerin / pixelio.de)
Mangelnde Pflege von Kontaktlinsen: Dann brennen die Augen

Wer Kontaktlinsen trägt - und das sind weltweit rund 140 Millionen Menschen - muss sich um seine Sehhilfen kümmern. Das bedeutet regelmäßige Pflege und Desinfektion der Kontaktlinsen. Wer das versäumt oder dabei schlampt, der risikiert Entzündunge seiner Augen. Und die können richtig unangenehm werden: rote, schmerzende, tränende Augen, Einbuße des Sehvermögens.

Etwa drei Viertel der Kontaktlinsenträger vernachlässigen Hygiene und Pflege ihrer Sehhilfen, das schätzen Experten der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG). Die Folge können Infekte im Auge sein, beispielsweise etwa eine Bindehaut- oder eine Hornhautentzündung (Keratitis). Die Keratitis kann das Sehvermögen beeinträchtigen, wenn sie nicht rechtzeitig oder ausreichend behandelt wird. Leider bilden sich dennoch häufiger Narben, die zu einer dauerhaften Verschlechterung des Sehvermögens führen können.

Dass Ursache dieser Infektionen unreine Kontaktlinsen sind, haben verschiedene Studien nachgewiesen. In einer US-amerikanischen berichteten Augenärzte, dass Hornhautentzündungen immer häufiger von Parasiten und Pilzen ausgelöst würden. Etwa zwei Drittel aller Infektionen sind auf mangelnde Hygiene zurückzuführen. Mit 65 - 80% besonders betroffen sind Träger weicher Kontaktlinsen.

Die DOG betont, dass sich mit dem passenden  Pflegemittel und einfach zu handhabender Hygiene dieses Risiko minimieren lasse. Dabei sei besonders die Desinfektion der Kontaktlinsen wichtig, in keinem Fall sollten die Linsen mit Leitungswasser gereinigt werden. Welche Pflegemittel sich eignen, hänge vor allem vom Kontaktlinsenträger ab, weiß Dr. Sandor Blümle, Experte für Kontaktlinsenhygiene:
Allergikern empfiehlt  er Reinigungssysteme auf Peroxidbasis, da sie keine Konservierungsmittel enthalten. Auch beim Auftreten sogenannter Stippen, kleiner Schäden auf der Hornhautoberfläche, könne ein Wechsel zu Peroxidsystemen sinnvoll sein. Peroxidsysteme sind im Gebrauch allerdings etwas zeitaufwendiger. Deshalb nutzen rund 90% der Kontaktlinsenträger mittlerweile Kombi- oder Multifunktionslösungen.

Doch nicht alle Reinigungs- und Desinfektionsmittel erfüllen die Anforderungen. Zwar unterliegen alle einer Norm, d.h. der Hersteller muss nachweisen, dass die Zahl gefährlicher Bakterien und Pilze reduziert wird. Doch die besagten Norm (ISO/DIS 14729) wird heftig kritisiert, weil sie kein ausreichendes Maß an Sicherheit gewährt. Das zeigen verschiedenen Tests. Öko-Test hat im Jahr 2008 Kontaktlinsenpflege getestet. In dem Test erfüllten nur vier von 18 Mitteln diese Norm. Im Jahr 2010 hat die Stiftung Warentest hat 13 Pflegemittel untersucht. Von den 13 All-in-one-Lösungen versagten acht im Härtetest, sie desinfizierten mangelhaft. Blümle beschreibt das Problem: Die Lösungen erreichen nicht alle Erreger.
 
Blümle rät, auf keinen Fall auf eine mechanische Reinigung der Linsen vor der Desinfektion zu verzichten – auch nicht bei Verwendung sogenannter „No-Rub-Lösungen“. Allerdings liegt es nicht allein an wenig effektiven Pflegemitteln. Denn viele vergessen, vor dem Einsetzen der Linsen gründlichen die Hände zu waschen. Auch die Desinfektion des Behälters sollte nicht zu kurz kommen. Am besten sei es, den Behälter mit der Lösung auszuspülen und an der Luft trocknen zu lassen. In regelmäßigen Abständen sollte er zusätzlich mit einer Kochsalzlösung gereinigt und spätestens nach drei Monaten gegen einen neuen Behälter ausgetauscht werden.
 
Berliner Ärzteblatt 18.07.2013/ Quelle: Ophthamologe 2013
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