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Risiko für Grauen Star steigt durch Medikamente gegen Depressionen

Patienten, die eine bestimmte Klasse von Anitdepressiva einnahmen, erkranken wesentlich häufiger an Grauem Star. Dabei handelt es sich um Antidepressiva der Klasse SSRI (Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer). Wer diese Medikamente verschrieben bekommen hatte, hatte ein um 15% erhöhtes Risiko für die Augenkrankheit.

So steigerte der Wirkstoff Fluvoxamin das Risiko für die Trübung der Linsen um 51%. Venlafaxin erhöhte das Risiko um 34%. Andere Wirkstoffe wie Fluoxetin, Citaloparm and Sertalin hatte diese Auswirkung nicht. Dr. Frederick S. Mikelberg, Prof. für Augenheilkunde an der University of British Columbia, sagt, dass sich die Augenerkrankung nach etwa zwei Jahren der Einnahme eines derartigen Anti-Depressivum gezeigt hätte. Dennoch bestehe kein Anlass zur Sorge.

SSRI sind die in der Welt am dritthäufigsten verschriebenen Medikamente. Sie erhöhen die Verfügbarkeit des Botenstoffes Serotonin im Organismus, dessen Mangel zur Entstehung von Depressionen und anderen psychischen Störungen beiträgt. Das funktioniert, in dem die Wiederaufnahme des Serotonins aus dem Nervenspalt blockiert wird. Experten betonen, dass SSRI gegenüber früheren Antidepressiva eine Reihe von Vorteilen und eine hohe therapeutische Wirksamkeit haben. Vor allem gelten SSRI als gut verträgliche und auch nebenwirkungsarme Psychopharmaka.

Wohl auch aus diesen Gründen mahnt Dr. Mahyar Etminan, Epidemiologe am Vancouver Coastal Health Research Institute, zu einer gründlichen Risikoabschätzung: Die Vorteile der Behandlung von Depressionen – die lebensbedrohlich sein können – würden das Risiko aufwiegen, Grauen Star zu bekommen. Denn der sei viel einfacher behandelbart.
 
Hintergrundwissen Grauer Star
Grauer Star - auch Katarakt genannt – ist eine Krankheit, bei der sich die Linsen trüben. Der Berufsverband der Augenärzte Deutschlands sagt, dass im Alter zwischen 52 und 64 Jahren 50% der Bevölkerung einen Grauen Star haben, ohne Sehstörungen zu bemerken. Zwischen 65 und 75 Jahren sind es weit über 90%, wobei die Hälfte von ihnen im Sehen beeinträchtigt sind.


Berliner Ärzteblatt 10.03.10/ Quelle: Ophthalmology, University of British Columbia, Vancouver Coastal Health Research Institute and McGill University
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