Frauen
Männer
Allergien
Atmungsorgane
Augen, Ohren, Mund, Zähne
Diabetes, Stoffwechselkrankheiten
Haut
Herz-Kreislauf - Herzinfarkt, Schlaganfall
Infektionen, Immunsystem
Migräne, Kopf- und andere Schmerzen
Krebs
Leber, Magen, Darm, Niere, Schilddrüse
Rheuma, Rücken, Gelenke, Knochen
Psyche, Nerven, Gehirn, Suchtkrankheiten
Alternativ
Weitere Krankheiten
 
 

Getränk
Die "schrecklichen Zwei" für die Mundhöhle: Zigarette und Alkohol(Foto: MEV)
Nikotin und Alkohol: Kann Mundhöhlenkrebs verursachen

Tumoren in der Mundhöhle, im Kiefer und Rachen gehören zu den zehn häufigsten Krebsarten. Rauchen und/oder Alkoholkonsum sind die Hauptauslöser der Erkrankung. Aber auch chronisch wunde Stellen der Mundschleimhaut sowie die allgemeine Mundhygiene beeinflussen das Risiko.

Gesund beginnt im Mund. Diese griffige Parole trifft auf die Vorbeugung von Krebserkrankungen in Mundhöhle, Kiefer oder Rachen besonders zu. Laut Bundesverband der Deutschen Pathologen gehören diese Krebsarten weltweit zu den zehn häufigsten Tumoren. In Deutschland erkranken jährlich 7.650 Männer und 2.950 Frauen neu daran. Waren früher vor allem Menschen jenseits des fünften Lebensjahrzehnts betroffen, so nehmen heutzutage die Erkrankungen auch bei jüngeren Menschen zu.

Etwa zwei Drittel der Tumoren befinden sich in der unteren Mundhöhle, also an Zunge oder Mundboden. Seinen Ursprung nimmt das Karzinom bei 95 Prozent der Patienten im Plattenepithel, das die oberste Hautschicht im Mund und auf der Zunge bildet.

Rauchen und Alkohol verstärken sich gegenseitig
Tumore in der Mundhöhle werden sehr häufig durch Rauchen und/oder Alkohol verursacht. Besonders gefährlich sind sehr starke oder filterlose Zigaretten, hochprozentige alkoholische Getränke sowie das „Duo infernale“, die Kombination von Rauchen und Alkohol. Die Arbeitsgruppe um PD Dr. Andreas Dietz von der HNO-Klinik der Universitätsklinik Heidelberg hat ermittelt: Wer täglich mehr als 75 Gramm Alkohol zu sich nimmt (das entspricht etwa 1,5 Litern Bier oder vier Gläsern Wein) steigert sein Risiko für einen Tumor in der Mundhöhle um das 15-fache.

Beim Rauchen wird in Packungsgrößen gerechnet: 50 Packungsjahre, das heißt täglich eine Packung mit 20 Zigaretten über 50 Jahre hinweg, erhöhen das Risiko um das 77-fache. Wer beiden Lastern frönt, bei dem addiert sich das Risiko nicht nur einfach, sondern liegt „überadditiv“ über der Summe der einzelnen Werte.

Darüber hinaus gibt es noch weitere Risikofaktoren. Hierzu zählen chronisch wunde Stellen an der Mundschleimhaut, wie sie zum Beispiel durch scharfe Zahn- oder Prothesenkanten entstehen können und eine allgemein schlechte Mundhygiene. Auch chronische Pilzerkrankungen im Mund (Candida albicans), Papillomaviren und eine antioxidanzienarme Ernährung können als Mitverursacher oraler Krebserkrankungen wirken.

Da sowohl das Rauchen als auch der Alkoholkonsum in den vergangenen Jahren zugenommen haben, ist auch die Anzahl der Mundhöhlentumoren gestiegen, was die Präventionsmöglichkeiten verdeutlicht: Der Verzicht auf Tabak, seltener und mäßiger Alkoholkonsum sowie eine gute Mund- und Zahnpflege sind ein guter Schutz. Eine mund- und zahngesunde Ernährung mit reichlich Obst, Gemüse, Milch- und Vollkornprodukten unterstützt den Körper zusätzlich.

Halbjährliche Zahnarztbesuche zur Früherkennung nutzen
Der Früherkennung kommt – wie bei jeder Krebserkrankung – eine besondere Rolle zu: Je eher ein Tumor erkannt wird, desto größer sind die Heilungschancen. Für eine regelmäßige Begutachtung der Mundschleimhaut bieten sich besonders die Kontrolluntersuchungen beim Zahnarzt an. Denn dieser ist nicht nur für die Zähne „zuständig“, sondern allgemein „Experte für Mundgesundheit“. Dazu gehört, dass die gesamte Mundhöhle regelmäßig systematisch inspiziert wird, insbesondere bei Risikopatienten wie Rauchern. Eine kurze Rückfrage beim Zahnarzt gibt Aufschluss darüber, ob die Mundschleimhaut unauffällig aussieht.

Es kann aber auch jeder selbst zur Früherkennung beitragen, indem er sich seine Mundhöhle – bei guten Lichtverhältnissen – regelmäßig anschaut. Fallen dabei flächige, weißliche Stellen auf, die sich zugleich hart anfühlen, sollte dies sofort ärztlich abgeklärt werden. Denn es kann sich hierbei um die so genannten Leukoplakien handeln, das sind flache, nicht abwischbare Schleimhautveränderungen, die in einen Krebs der Schleimhaut (Plattenepithelkarzinom) übergehen können. Professor Dr. Rudolf Reich, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, empfiehlt außerdem: „Auch flächige, rötliche Veränderungen oder länger als zwei Wochen bestehende wunde Stellen im Mund sollten sofort von einem Arzt, Zahnarzt oder Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurg begutachtet werden.“

WANC 21.10.05/efg
Ein gesunder Mund beeinflusst den gesamten Körper

Mundkrebs: Alkohol erhöht das Risiko

Rauchen: Gesund- heitsrisiken wer- den unterschätzt

 
Seite versenden  
Seite drucken