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Trockenes Auge: Mangel an Tränenflüssigkeit lediglich bei acht Prozent der Patienten Auslöser (Foto: image source)
Trockenes Auge: Störung der Lipidschicht

Mehr als zehn Millionen Bundesbürger leiden unter trockenen Augen. Doch meist ist nicht mangelnde Tränenflüssigkeit schuld am Jucken und Brennen. Bei nahezu 80 Prozent der Patienten ist eine Störung der Lipidschicht - das ist die Schutzschicht auf dem Auge - Auslöser der Beschwerden.

Es fühlt sich so an, als ob kleine Sandkörner unter den Augenlidern auf der Hornhaut zu kratzen. Die Augen sind gerötet, jucken und brennen oft so unerträglich, dass die Betroffenen in besonders schlimmen Fällen kaum noch einer geregelten Tätigkeit nachgehen können. Als Ursache vermutet man Umweltbelastungen zum Beispiel durch Ozon, häufiges Arbeiten am Computermonitor, Klimaanlagen in Büro und Auto, die die Raumluft austrocknen, oder auch manche Medikamente, die den Tränenfluss beeinträchtigen können.

Tatsächlich scheint die Bezeichnung „Trockenes Auge“ aber irreführend. Eine wissenschaftliche Untersuchung an den Universitätsaugenkliniken Essen und Heidelberg hat jedenfalls gezeigt, dass ein Mangel an Tränenflüssigkeit lediglich bei acht Prozent der Patienten Auslöser der Beschwerden ist.

Um das zu verstehen, muss man sich die Zusammensetzung des natürlichen Tränenfilms genauer ansehen. Direkt auf der Hornhaut liegt eine dünne Schleimschicht, die zum einen dafür sorgt, dass die an sich wasserabstoßende Hornhautoberfläche überhaupt erst benetzbar wird. Zum anderen kann sie Fremdkörper, die ins Auge geraten sind, umhüllen und unschädlich machen. Mengenmäßig den größten Anteil am Tränenfilm stellt die wässrige Schicht. Sie besteht aus Wasser, versorgt die Hornhaut mit Nährstoffen und enthält Abwehrzellen, die eingedrungene Krankheitskeime bekämpfen.

Den Abschluss zur Luft hin bildet ein dünner Fettfilm, die so genannte Lipidschicht. Diese Lipidschicht stabilisiert den Tränenfilm nach außen und verhindert, dass er zu rasch aufreißt. Somit wird die Verdunstung der Tränenflüssigkeit verringert. Die Studie an den beiden deutschen Augenkliniken offenbarte nun: Bei nahezu 80 Prozent der Patienten mit Trockenem Auge ist eine Störung dieser Lipidschicht Auslöser der Beschwerden. Die Tränendrüsen produzieren also eigentlich genügend wässrige Phase, das heißt Tränen; doch ohne intakte Lipidschicht verdampft 10 bis 20 Mal mehr Tränenflüssigkeit als normal.

Dies könnte erklären, warum die meist übliche Behandlung des Trockenen Auges mit Benetzungsmitteln, die die Tränenmenge erhöhen sollen, oft nicht den von den Patienten gewünschten Erfolg bringt. Mehr Sinn machen würde es, so sagen Experten, die Lipidschicht im Tränenfilm zu stärken. Dafür geeignet seien Liposomen-haltige Präparate.

Liposomen sind mikroskopisch kleine Kügelchen aus Phospholipiden, also Fettmolekülen. Diese Liposomen werden in Form eines Sprays auf das geschlossene Augenlid aufgesprüht. Über die Lidkante gelangen sie auf den Tränenfilm und stabilisieren dort die Lipidschicht bis zu vier Stunden. Der Tränenfilm könne nicht mehr so schnell aufreißen, die Verdunstung werde begrenzt.

Zusätzlich sollen die Liposomen noch den Juckreiz stillen, leicht entzündungshemmend wirken und einen kühlenden Effekt haben. Nebenwirkungen seien nicht beobachtet worden. Die Liposomen-Therapie könne bei Bedarf unproblematisch mit herkömmlichen Tränenersatzmitteln kombiniert werden und sei auch für Kontaktlinsenträger geeignet.

WANC 20.06.05/dgk
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