Frauen
Männer
Allergien
Atmungsorgane
Augen, Ohren, Mund, Zähne
Diabetes, Stoffwechselkrankheiten
Haut
Herz-Kreislauf - Herzinfarkt, Schlaganfall
Infektionen, Immunsystem
Migräne, Kopf- und andere Schmerzen
Krebs
Leber, Magen, Darm, Niere, Schilddrüse
Rheuma, Rücken, Gelenke, Knochen
Psyche, Nerven, Gehirn, Suchtkrankheiten
Alternativ
Weitere Krankheiten
 
 


Klingeln der Ohren - Musiktherapie kann wirksam helfen
Mit Musik gegen Tinnitus

Pfeifen im Ohr? Oder Rauschen? Wenn das Gehör einem Töne vorgaukelt, die es gar nicht gibt, dann kann das Tinnitus – das Klingeln der Ohren – bedeuten. Die Behandlung fällt nicht ganz einfach, weil es keine einheitliche Therapie gibt, die bei jedem wirkt. Die meisten Betroffenen lernen, sich mit dem Ohrgeräusch zu arrangieren – es zu “überhören”. Jetzt belegen die Ergebnisse einer Befragung von bereits behandelten Tinnituspatienten die Wirksamkeit der Musiktherapie bei chronischem Tinnitus.

Seit mehreren Jahren werden mit dem Heidelberger Musiktherapiemanual Tinnituspatienten behandelt. Die Patienten erlernen während der fünf Tage andauernden Kompakttherapie verschiedene aktive Möglichkeiten, ihren Tinnitus direkt zu beeinflussen. Rund 80 % der Patienten verspüren nach der Therapie eine deutliche Linderung ihrer Beschwerden, bis hin zum völligen Verstummen der „Ohrgeräusche“.
 
Die Forscher vom Deutschen Zentrum für Musiktherapieforschung (DZM) befragten 189 Patienten, deren Behandlung im Durchschnitt etwa 3 Jahre zurückliegt. Die Befragten erhielten den Fragebogen, der bereits Bestandteil der Kompakttherapiewoche war. Knapp 50 % nahmen an der Befragung teil.

Die Auswertung ergab eine Verbesserung der Tinnitussymptomatik. Drei Jahre nach der Therapie verringerte sich diese um 20%. Bei den stark belasteten Patienten ergab sich aufgrund der Befragung eine nachhaltige Verbesserung im Tinnitusschweregrad von 12% vor der Therapie auf 4% drei Jahre nach Durchführung der Kompakttherapie. Bei den weniger belasteten Patienten lag die Verbesserung bei 20%.

Laut DZM werden bei der Musiktherapie die Ohrgeräusche musikalisch aufgegriffen und bearbeitet. Kernstück des musiktherapeutischen Behandlungskonzepts ist die Einbettung des Tinnitus in einen musikalisch steuerbaren Hörprozess. Dazu wird zu Beginn der Therapie für jeden Patienten mittels eines Synthesizers ein individueller tinnitus-ähnlicher Klang bzw. Rauschen erstellt. Dieser Klang wird dann aktiv und/oder rezeptiv musiktherapeutisch eingesetzt. Die Patienten werden dadurch in die Lage versetzt, Kontrolle über ihren Tinnitus auszuüben und ihn bewusst zu regulieren. Darüber hinaus werden mittels gezielter akustischer Stimulation die veränderten Gehirnregionen positiv reaktiviert und zu einer „Normalisierung“ geführt.

Tinnitus betrifft derzeit geschätzt mehr als eine Million potentiell behandlungsbedürftige Patienten. Dabei handelt es sich – anders als man glauben könnte - nicht um eine Erkrankung des Ohres. Vielmehr findet eine fehlerhalte Informationsverarbeitung im Gehirn statt. Der Beginn der Krankheit liegt typischerweise zwischen dem 40. und 50. Lebensjahr, Frauen und Männer sind gleichermaßen betroffen. Ärzte weisen darauf hin, dass Tinnitus keine Krankheit, sondern ein Symptom ist. Das bedeutet, dass den Ohrgeräuschen eine andere Erkrankung, Lärm oder Stress zu Grunde liegen. Deshalb, so die Mediziner, müsse man bei einer Therapie zuerst den Ursachen auf den Grund gehen. Chronischer Tinnitus kann zu schwerwiegenden Beeinträchtigungen im Alltag und deutlichen psychologischen Auffälligkeiten (vor allem Schlafstörungen, Aufmerksamkeitsstörungen, Depressionen, Ängstlichkeit) führen.

WANC 19.01.11, Quelle: Deutsches Zentrum für Musiktherapieforschung, Deutsche Tinnitus Liga

Tinnitus: Ursachen behandeln

Tinnitus: Hilfe durch Musik

Fragen und Antworten zu verschiedenen Gesundheitsthemen
Welche Obstsorte hat den größten Einfluss auf den Blutzucker?

Wann treten Hitzewallungen in den Wechseljahren am häufigsten auf?

Warum verursachen die Schmerzmittel ASS, Diclofenac und Ibuprofen manchmal Magenprobleme?

Wie läuft eine Darmspiegelung ab?

Wie beginnt eine Schizophrenie?

Überblick aller Fragen und Antworten

 
Seite versenden  
Seite drucken