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Schmerzen und Verspannungen im Nacken – Ursache dafür kann eine gestörte Funktion im Zusammenspiel von Ober- und Unterkiefer sein (Foto: DGK)
Schwindel, Kopf- und Rückenschmerzen: Ursachen können im Mund liegen

Kopfschmerzen und Migräne, Rücken- und Nackenverspannungen, Schwindel und Gleichgewichtsstörungen – viele Menschen leiden an diesen Symptomen. Und oft bleibt die Ursache dafür selbst nach jahrelangen Untersuchungen unklar. Der Grund für solche schmerzhaften Leiden kann im Bereich des Mundes liegen.

Craniomandibuläre Dysfunktion – darunter versteht man eine gestörte Funktion im Zusammenspiel von Ober- und Unterkiefer. Eine solche Fehlfunktion kann Auswirkungen sowohl auf Nachbar- als auch auf entfernte Organe haben. Die Bezeichnung Craniomandibuläre Dysfunktion, kurz CMD, leitet sich von Cranium (Schädel), Mandibula (Unterkiefer) und Dysfunktion (Fehlfunktion) ab.

Die Ursachen für CMD können vielfältig sein. Verantwortlich für die Fehlfunktion können Fehlstellungen der Zähne, fehlende Zähne oder fehlerhafte Füllungen oder Zahnkronen sein, ebenso wie Störungen in der Funktion der Kiefergelenke oder der Kiefer- bzw. Kaumuskulatur. Diese können durch Angewohnheiten wie Lippenpressen, Wangensaugen, das Kauen auf Stiften, Nuckeln oder das häufig stressbedingte, angespannte Zusammenbeißen der Zähneausgelöst werden.Dadurch können Verspannungen und Schmerzen entstehen, die sich auch auf andere Körperregionen wie Nackenmuskulatur, Rücken und Becken übertragen, also auf Regionen weit entfernt vom eigentlichen Ort der Ursache.

Hinweise für eine Craniomandibuläre Dysfunktion können unter anderem das Knacken der Kiefergelenke beim Essen oder Mundöffnen, nächtliches Zähneknirschen und das Aufeinanderpressen der Zähne bei Stress sein.

Therapiert wird CMD in der Regel zunächst mit einer individuell angefertigten, herausnehmbaren Aufbiss-Schiene, die über mehrere Wochen getragen werden muss. Die Schiene bewirkt, dass Ober- und Unterkiefer wieder in ein korrektes Verhältnis zueinander kommen und Muskeln und Bänder sich entspannen können. Gegebenenfalls ergänzt eine Physiotherapie die Behandlung.

Anschließend muss geprüft werden, ob kieferorthopädische Regulierungen notwendig sind, Füllungen erneuert oder neu eingeschliffen werden müssen oder Zahnersatz notwendig ist bzw. korrigiert oder erneuert werden muss. Kommt Stress als Ursache etwa für Zähneknirschen oder das angespannte Zusammenbeißen der Zähne hinzu, ist oft eine psychotherapeutische Behandlung (Psychotherapie) sinnvoll.

Wichtig für die Diagnose und die erfolgreiche Therapie einer Craniomandibulären Dysfunktion ist die enge Zusammenarbeit der unterschiedlichen medizinischen Disziplinen, insbesondere allgemeinmedizinische Ärzte, Zahnärzte, Physiotherapeuten und bei Bedarf Psychotherapeuten.

WANC 12.04.05/dgk

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