Frauen
Männer
Allergien
Atmungsorgane
Augen, Ohren, Mund, Zähne
Diabetes, Stoffwechselkrankheiten
Haut
Herz-Kreislauf - Herzinfarkt, Schlaganfall
Infektionen, Immunsystem
Migräne, Kopf- und andere Schmerzen
Krebs
Leber, Magen, Darm, Niere, Schilddrüse
Rheuma, Rücken, Gelenke, Knochen
Psyche, Nerven, Gehirn, Suchtkrankheiten
Alternativ
Weitere Krankheiten
 
 


Wieder sehen: Künstliche Netzhaut (Foto: project photo)
Netzhaut-Implantate: Mikrochip als Sehhilfe für Blinde

Der Tübinger Medizinprofessor Eberhart Zrenner entwickelt Netzhaut-Implantate, die Blinden das Augenlicht zurückgeben sollen. Sein erfolgreiches Retina-Implant-Projekt erreicht in diesem Jahr die klinische Phase. Damit können die Sehprothesen erstmals am Menschen getestet werden.

Bislang hat der Mediziner seine Sehprothesen nur an Tieren getestet. Doch in diesem Jahr will er mit Versuchen am Menschen beginnen. Bei Zrenners Experimenten werden ungefähr 1.500 mikroskopisch kleine Photodioden auf einem Chip zusammengefasst und in die hintere Schicht der Netzhaut oder Retina eingepflanzt. Das ins Auge fallende Licht nutzt man zur Steuerung eines elektrischen Reizstroms. Dieser lokale Reizstrom erzeugt ein spezifisches Erregungsmuster auf der Netzhaut, das zu verwertbaren Seheindrücken, zu einem Teilsehen, führen kann.

"Es wird nicht möglich sein, dass vollständig Blinde wie Normalsichtige sehen, auf gar keinen Fall", sagt Zrenner. "Das gesunde Auge kann eine Million Bits pro Sekunde aufnehmen. Es ist Illusion zu glauben, dass wir mit dem Retina-Implant-Projekt auch nur annähernd so weit kommen werden." Das menschliche Auge ist so komplex wie kaum ein anderes Organ des Menschen. Laut Zrenner sind 30 bis 60 Prozent aller Zellen im Hirn am Sehen beteiligt; man kann 16 Millionen Intensitätsunterschiede sehen, aber nur 20 Grautöne erkennen. "Was jedoch schon ein Teilerfolg beim Wiederherstellen des Sehvermögens für Blinde bedeutet, können Normalsichtige gar nicht erfassen."

Zrenner und sein Team an der Universitätsaugenklinik in Tübingen haben sich vor allem auf ungeklärte Erblindungen spezialisiert, die alle Menschen treffen können. Als Probanden für sein Implant-Projekt benötigt Zrenner Blinde, deren Sehnerv und die neuronale Verschaltung vor dem Sehnerv noch erhalten sein muss, sonst funktioniert die Weiterverarbeitung der Lichtsignale nicht. In den nächsten Monaten bekommen acht Patienten erstmals den neuen Chip implantiert. "Wir implantieren erst, wenn auch der erste eine Chance hat, danach wirklich zu sehen. Wenigstens Umrisse.“

WANC 17.02.04/Technology Review

Augenspezial.de

3sat.de

 
Seite versenden  
Seite drucken