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Autoabgase verpesten die Luft mit Feinstaub, der der Gesundheit stark schadet (Foto: Gabi Eder/ pixelio.de)
Autoabgase verpesten die Luft mit Feinstaub, der der Gesundheit stark schadet (Foto: Gabi Eder/ pixelio.de)
Autoverkehr: Der in Abgasen enthaltene Feinstaub zerstört die Lunge

Die von Kfz-Motoren ausgestoßenen Abgase gefährden unsere Gesundheit. Bisher wurde vor allem der Feinstaub aus Dieselmotoren als schädlich für unsere Atemwege verurteilt. Und das vor allem wegen einer Technik, die eigentlich Menschen und Umwelt schützen sollten: den Diesel-Rußfilter. Der sorgt nämlich dafür, dass die abgegebenen Partikel immer kleiner und damit auch gefährlicher werden. Eine neue Untersuchung belegt nun, dass Benzinmotoren keinen Deut besser als ihre Dieselkollegen sind. Auch unabhängig davon, ob die Motoren schon älter sind oder der neuesten EU-Norm entsprechen. Die Feinstaub-Partikel bewirken, dass Krankheitserreger leichter in die Lunge eindringen können.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO kam 2012 zu dem Ergebnis, dass Dieselabgase krebserregend sind. 1988 hatte die WHO sie noch als potenziell krebserregend gekennzeichnet. Die Auswertung verschiedener Studien hatte ergeben, dass allein in Deutschland jährlich zwischen 10.000 bis 19.000 Toten als Folge der Feinstaub- und Stickoxidemissionen von Dieselfahrzeugen gibt. Auch 2012 urteilte die WHO über Benzinmotoren noch "möglicherweise krebserregend".

Auch diese Einschätzung dürfte zu revidieren sein. Denn eine neue Untersuchung belegt, dass auch Abgase aus Benzinmotoren hohe Mengen an sekundärem Feinstaub produzieren. Und diese Partikel stammen auch aus der Benzinverbrennung in Euro-5-Motoren. Wissenschaftler der Universität Bern und des Paul Scherrer Instituts PSI weisen nach,  dass technische Weiterentwicklungen bei Benzinmotoren nicht zwingend zu weniger gesundheitsschädigenden Resultaten führen. Der Feinstaub aus der neuesten Generation von Benzinmotoren schädigt das Lungengewebe direkt und schwächt dessen Abwehrfunktionen.

In Experimenten haben die Forschenden die Giftigkeit von Partikeln, die aus den Abgasen eines Euro-5-Benzinmotors in der Atmosphäre gebildet werden, untersucht. In der Lunge wurden von 10 bis 350 Nanogramm (Milliardstel Gramm) pro Quadratzentimeter Zelloberfläche abgelagert, das entspricht einer Atemwegs-Tagesdosis von leicht verschmutzter, ländlicher Luft mit 20 Mikrogramm (Millionstel Gramm) PM pro Kubikmeter Luft bis hin zu einer sehr starken Luftverschmutzung in einer Megacity (1000 Mikrogramm PM pro Kubikmeter Luft).

Für die Lunge bedeutet das: Bei allen Zellkulturen in der Lunge trat ein erhöhter Zelltod in Abhängigkeit zur Partikeldosis auf. Zudem schütteten die Zellen – ebenfalls abhängig von der Aufnahmemenge des Feinstaubes – weniger Entzündungsmediatoren aus, die für unsere Körperabwehr von zentraler Bedeutung sind. Damit wird die Fähigkeit der Lunge vermindert, sich gegen eine virale oder bakterielle Infektion zu wehren. Die Wissenschaftler betonen, dass diese Zellschädigungen auch bei der kleinsten verwendeten Partikeldosis beobachtet wurden. Ein Schwellenwert, also ein Wert unterhalb dessen keine Schädigungen auftreten, existiere also nicht.


Zur Erklärung: Sekundäre Partikel sind kleiner als ein Tausendstel Millimeter (sogenannte PM 1) und werden beim Einatmen zu einem grossen Teil in den Atemwegen abgelagert. Das bei gesunden Personen normalerweise gut ausgebildete Abwehrsystem in der Lunge sorgt dafür, dass abgelagerte Partikel möglichst rasch unwirksam gemacht und aus der Lunge entfernt werden. Können aber eingeatmete Partikel dieses Abwehrsystem aufgrund ihrer physikalisch-chemischen Eigenschaften überwinden, besteht die Gefahr, dass das Lungengewebe irreparabel geschädigt wird. Gefährdet sind insbesondere Asthmatiker sowie Personen mit Chronisch Obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) oder Cystischer Fibrose (CF).

30.06.2015/ Quelle: Nature

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