Frauen
Männer
Allergien
Atmungsorgane
Augen, Ohren, Mund, Zähne
Diabetes, Stoffwechselkrankheiten
Haut
Herz-Kreislauf - Herzinfarkt, Schlaganfall
Infektionen, Immunsystem
Migräne, Kopf- und andere Schmerzen
Krebs
Leber, Magen, Darm, Niere, Schilddrüse
Rheuma, Rücken, Gelenke, Knochen
Psyche, Nerven, Gehirn, Suchtkrankheiten
Alternativ
Weitere Krankheiten
 
 

Chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD): Ein Stoff aus dem Salzsee verspricht Besserung

Der Naturstoff nennt sich Ectoin. Wissenschaftler haben jetzt heraus gefunden, dass dieser Stoff positiv auf COPD wirkt und sogar eine bestehende Lungenentzündung zu verbessern.

Ectoin wurde erstmals 1985 im ägyptischen Wadi El Natrun entdeckt. Jede Lebensform, die in diesem Salzsee bei 60 Grad am Mittag und 0 Grad in der Nacht überlebt,  kann das nur,  weil sie durch Extremolyte geschützt ist. Dieser auf Mikroorganismen beruhende Zellschutz wird bei uns bereits zur Hautpflege eingesetzt, weil er Feuchtigkeit reguliert. Ectoin soll vor Hautschädigungen durch UVA- und UVB-Strahlung schützen und Schädigungen der Oberhaut und tiefere Hautschichten verhindern. Weil Ectoin aus Bakterien stammt, die an extremen Standorten überleben können, kann es Zellen stabilisieren und so schädliche Umwelteinflüsse abwehren.

Jetzt haben Wissenschaftler des IUF Leibniz-Instituts für Umweltmedizinische Forschung nachgewiesen, dass Ectoin bei COPD helfen und gegen die schädliche Wirkung von Staubpartikeln auf die Lunge vorbeugen kann. COPD wird durch das Einatmen von mit Schadstoffen - wie Zigarettenrauch oder Feinstaub von Autoabgasen - belasteter Atemluft hervor gerufen. Die Wissenschaftler betonen, dass bei Atemwengserkrankungen gängige Therapien wie die Inhalation von Glukokortikoiden (Kortison) bei dieser Erkrankung kaum wirken. Denn bestimmte Entzündungszellen (neutrophile Granulozyten), die das Lungengewebe schädigen, sind dagegen unempfindlich.

Ectoin kann aber nicht nur die gesunde Lunge vor den negativen Folgen von Luftverschmutzung schützen. Die neuesten Untersuchungen belegen, dass es auch eine bestehende Lungenentzündung vermindern kann. Weil der Stoff die Zellmembran stärkt, können sich die Entzündungszellen nicht einnisten, sondern sterben ab. Das lässt die Entzündung schwinden. Als Medizinprodukt ist Ectoin zur Inhalation bereits zugelassen. Nun sollen andere Anwendungsmöglichkeiten erforscht werden. 
 
Berliner Ärzteblatt 25.02.2013/ Quelle: European Respiratory Journal 2013
Tiotropium bei COPD: Belegter Nutzen

Die heilende Kraft des Kurkuma

COPD: Unterschätzte Epidemie

Chronische Lungenerkrankung: Bewegen statt ruhen

Atemnot: Wenn die Lunge nicht mehr richtig arbeitet

 
Seite versenden  
Seite drucken