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COPD: Was die Lunge noch leistet, verrät die Gehgeschwindigkeit

Atemnot – das ist ein Zustand, den jeder Patient kennt, der unter COPD - chronischer-obstruktiver Lungenkrankheit – leidet. Die genaueste Vorhersage, wie schwer Patienten an COPD erkrankt sind, ist ihre Gehgeschwindigkeit. Der „Sechs-Minuten-Gehtest", der in der Lungenmedizin weit verbreitet ist, verrät mehr über den Stand der als "Raucherlunge" bekannten Erkrankung als die Einsekundenkapazität (FEV1), bestätigen niederländische Forscher.
 
Hinter der Abkürzung COPD verbirgt sich der englische Begriff "Chronic Obstructive Pulmonary Disease", auf Deutsch: Chronisch obstruktive Lungenerkrankung. Unter COPD fassen Mediziner die beiden Erkrankungen chronisch obstruktive Bronchitis und das Lungenemphysem zusammen. Wer unter COPD  leidet, hat Bronchien, die durch Entzündungen der Atemwege (chronische Bronchitis) dauerhaft verengt sind. Und das führt zu Atemnot. Ursache ist, dass die Bronchialmuskulatur verkrampft, die Schleimhaut in den Bronchien (Ödem) anschwillt und viel Schleim produziert wird (Hyperkrinie).
 
Jens Lingemann, Leiter der Selbsthilfegruppe COPD-Lungenemphysem macht Länge der Gehstrecke und die dafür notwendige Zeit von der Schwere der Erkrankung abhängig. COPD mit dem Schweregrad I und im Stadium II verursacht nur selten Atemnot. Beim Stadium III wird die aber schon bei leichten Steigungen, schnellem Gehen oder Treppensteigen deutlich spürbar. In Stufe IV brauchen viele der Betroffenen dann rund um die Uhr auf eine Langzeit-Sauerstofftherapie. 

In einer Studie mussten COPD-Patienten mit einer unterschiedlichen Schwere der Erkrankung den Sechs-Minuten-Gehtest absolvieren: Innerhalb von sechs Minuten müssen dabei auf einem Kurs möglichst viele Runden schaffen. Tempo und Pausen dürfen die Patienten selbst bestimmen. Anhand von Sauerstoffsättigung, Puls, Blutdruck und Blutgas lässt sich die Belastung ablesen.

2.100 Patienten wurden beobachtet. Innerhalb der Studiendauer von drei Jahren mussten 650 ins Krankenhaus eingewiesen werden. 357 Meter in sechs Minuten bedeutet für COPD-Patienten ein erhöhtes Risiko für eine Einweisung in die  Klinik, unter 334 Meter trägt ein ein höheres Sterberisiko. Zum Vergleich: Wer keine Einschränkungen der Lungenleistung hat schafft in sechs Minuten 700 bis 800 Meter, Sportler einen Kilometer und mehr.

Berliner Ärzteblatt 20.05.2011/ Quelle: ATS American Thoracic Society, International Conference, San Francisco, 13.–18.5.; pte
 
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