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Ein Magenkeim scheint vor Asthma zu schützen

Menschen, die mit dem Magenbakterium Helicobacter pylori infiziert sind, sind anscheinend vor allergisch bedingtem Asthma geschützt. Dies konnten Wissenschaftler nachweisen. Sie bestätigen damit die Vermutung, dass die dramatische Zunahme von Allergieerkrankungen in Industriegesellschaften mit dem fortschreitenden Verlust an spezifischen Mikroorganismen zusammenhängt, die den menschlichen Körper besiedeln.

An allergisch bedingtem Asthma erkranken in der industrialisierten Welt immer Menschen. Warum? Wissenschaftler schieben die rasante Zunahme  allergischer Atemwegserkrankungen auf die Luftverschmutzung, das Rauchen, die zunehmenden Hygiene und dem weit verbreiteten Einsatz von Antibiotika. So hätten moderne Hygienemaßnahmen zu einem Mangel an infektiösen Reizen geführt. Und das sorge dafür, dass sich das Immunsystem nicht mehr vollständig entwickele. Inzwischen ist es Wissenschaftler gelungen, als einen Grund für die Zunahme von Asthmaerkrankungen die Erdikation des Magenbakteriums Helicobacter pylori (H. pylori) zu belegen.

H. pylori kann sich im Magen ansiedeln, weil das Bakterium gegen Magensäure resistent ist. Rund die Hälfte der Menschheit soll den Keim in sich tragen. Häufig bleibt das völlig ohne Symptome. Doch in manchen Fällen löst der Magenkeim Gastritis, Magen- bzw. Zwölffingerdarmgeschwüre und Magenkrebs aus. Um das gar nicht erst zu riskieren, wird H. pylori oft mit Antibiotika eliminiert (medizinisch nennt sich das Eradikation), selbst wenn es noch gar keine Beschwerden gibt.


Berliner Ärzteblatt 04.07.2011/ Quelle: Journal of Clinical Investigation, Vol. 121, Nr. 8, doi 10.1172/YCI45041
 
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