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Rauchen: Verursacht krankhafte Vereengung der Bronchien (Foto: project photos)
Atemnot: Wenn die Luft ausgeht

Unter Erkrankungen der Atemwege leiden viele. Dennoch handelt es sich bei der sogenannten COPD, der Verengung der Bronchien, die zu Atemnot führt, um eine unbekannte Volkskrankheit. Die Ursache für COPD ist sehr oft das Rauchen.

Etwa 10 bis 15 Prozent der Erwachsenen leiden an einer Erkrankung, deren Bezeichnung außerhalb ärztlicher Fachkreise kaum bekannt ist. Sie ist die häufigste Folge des Rauchens und die vierthäufigste Todesursache überhaupt. Ihr Name ist "COPD". Die Abkürzung steht für Chronic Obstructive Lung Disease und fasst die früheren Erkrankungen "Chronische Bronchitis" und "Emphysem" ("Lungenüberblähung") zusammen.

Beide werden heute als Symptom der gleichen Krankheit aufgefasst, betont der Lungenexperte Dr. Peter Kardos, Frankfurt/Main. Diese ist gekennzeichnet durch eine zunehmende Verengung der Bronchien. Weil die Luft nur gegen einen Widerstand ausgeatmet (oder gehustet) wird, kommt es zu einer Überblähung der Lunge, dem Emphysem: Die Wände zwischen den kleinen Lungenbläschen (Alveolen) werden zerstört, der Gasaustausch wird zunehmend beeinträchtigt, die Lungenfunktion wird immer schlechter.

"Die COPD ist in 80 Prozent der Fälle die Folge des Rauchens", weiß Kardos: "Die Erkrankung entwickelt sich über 20 bis 30 Jahre unbemerkt, bis dann etwa 15 Prozent aller Raucher im Alter von 50 bis 60 Jahren an zunehmenden Atemnot (Dyspnoe) erkranken". Auslöser der Atemnot ist die dauerhafte (chronische) Verengung (Obstruktion) der Atemwege, deshalb heute die Bezeichnung COPD.

Während früher viele Patienten mit Antibiotika behandelt wurden, um die begleitenden Infekte zu bekämpfen, besteht die Behandlung heute in der Gabe von Medikamenten, welche die Atemwege erweitern (Bronchodilatatoren). Wenn sich die Beschwerden dadurch nicht lindern lassen, wird auch Kortison gegeben, welches die Entzündung in den Atemwegen hemmt.

Beide Medikamente können die Erkrankung weder heilen noch ein Fortschreiten der Lungenüberblähung aufhalten. "Einzige Maßnahme mit bewiesener Verlangsamung der Krankheitsprogression ist die Raucherentwöhnung", erklärt Kardos. Sie ist in jedem Stadium der Erkankung sinnvoll, doch leider nicht sehr erfolgreich. Obwohl den Ärzten verschiedene Maßnahmen zur Verfügung stehen wie individuelle Beratung, Gruppentherapie, Nikotinersatzmittel und Medikamente, schaffen es bei kombiniertem Einsatz dieser Mittel nur etwa 30 Prozent, nach einem Jahr nicht mehr zu rauchen.

WANC 24.03.04
Quelle: P. Kardos: Chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD): Aktuelle Diagnostik und Therapie Deutsche Medizinische Wochenschrift 2004; 129 (10): 490-493

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