Frauen
Männer
Allergien
Atmungsorgane
Augen, Ohren, Mund, Zähne
Diabetes, Stoffwechselkrankheiten
Haut
Herz-Kreislauf - Herzinfarkt, Schlaganfall
Infektionen, Immunsystem
Migräne, Kopf- und andere Schmerzen
Krebs
Leber, Magen, Darm, Niere, Schilddrüse
Rheuma, Rücken, Gelenke, Knochen
Psyche, Nerven, Gehirn, Suchtkrankheiten
Alternativ
Weitere Krankheiten
 
 

Foto: ABDA
Medikamente gegen Schmerzen und Herzschäden können die Lunge schädigen (Foto: ABDA)
Wenn Medikamente die Lunge schädigen

Wie heißt es doch so lapidar: Keine Wirkung ohne Nebenwirkung. Wer also Medikamente gegen ein Leiden einnimmt, muss gewahr sein, dass er dadurch unter Umständen einen anderen Schaden irgendwo in seinem Körper anrichtet. So können beispielsweise bestimmte Medikamente Schaden in der Lunge anrichten. Das Problem: Oft wissen weder Ärzte noch Patienten davon.

Etwa 350 Medikamente können die Lunge schädigen, weiß Dr. Julia Freise von der Medizinischen Hochschule Hannover. Da die meisten zur Behandlung von Erkrankungen anderer Organe eingesetzt werden und die Beschwerden unspezifisch sind, werde ein Zusammenhang oft nicht erkannt.

Freise nennt Beispiele: Ein 72-jähriger Mann hatte seit einem Jahr ein Antibiotikum zur Vorbeugung von Harnwegsinfekten eingenommen, als sich Husten und Atembeschwerden einstellten. Ein 64 Jahre alter Mann hatte seit acht Jahren ein Mittel gegen Herzrhythmusstörungen erhalten, als er wegen akuter Luftnot in die Klinik eingewiesen wurde.

Was beide Patienten und anscheinend die behandelnden Ärzte nicht wussten: Das Antibiotikum mit dem Wirkstoff Nitrofurantoin und das Mittel gegen Herzrhythmusstörungen mit dem Wirkstoff Amiodaron sind eigentlich bekannt dafür, dass sie die Lunge schädigen können. Es kommt zu einer Entzündung oder Vermehrung des Bindegewebes, die als interstitielle Lungenerkrankung bezeichnet wird.

Lungenschäden durch Nitrofurantoin wurden in den 60er Jahren häufiger beobachtet, berichtet Freise. Nach einem Tiefpunkt in den 80er-Jahren sehen Lungenfachärzte solche Fälle wieder öfter. Das Antibiotikum werde, so Freise, vermehrt bei Infektionen mit Problemkeimen eingesetzt. Lungenschäden durch Amiodaron sind eigentlich ebenfalls bekannt: Bis zu 13 Prozent der Patienten entwickeln unter der Therapie eine interstitielle Lungenerkrankung, berichtet die Expertin. Werde sie nicht rechtzeitig erkannt, ende sie bei zehn bis 23 Prozent der Patienten tödlich.

Die Diagnose falle vielen Ärzten schwer, weil sich die Beschwerden nicht von denen anderer Lungenerkrankungen unterscheiden. Patienten klagen zumeist über Atemnot bei Anstrengungen und Husten mit oder ohne Auswurf, so die Medizinerin. Das könne auf sehr viele Lungenkrankheiten hinweisen.

Ärzte sollten lungenkranke Patienten stets nach der Einnahme von Medikamenten fragen, rät Dr. Freise. Eine detaillierte Auflistung der bedenklichen Mittel ist im Internet unter www.pneumotox.com veröffentlicht. Bei einem begründeten Verdacht sollten Ärzte die Mittel bei ihren Patienten absetzen. Dies führe häufig zur Besserung.

Die beiden obengenannten Patienten aus Hannover erhielten zusätzlich Kortison, das die Entzündung hemmt. Sie erholten sich rasch. Bei dem 64-jährigen Mann ergab später eine kardiologische Untersuchung, dass er gar – Überraschung, Überraschung - kein Medikament gegen Herzrhythmusstörungen mehr benötigte.

WANC 23.03.10, Quelle: J. Freise et al.: Arzneimittelbedingte interstitielle Lungenerkrankungen. DMW Deutsche Medizinische Wochenschrift 2010; 135 (10): S. 450-454

Leberleiden: Krank sein, ohne sich krank zu fühlen

Glückshormon Serotonin hält die Leber gesund

Schmerzmittel: Von den Gefahren ungehemmten Verbrauchs

Fragen und Antworten zu verschiedenen Gesundheitsthemen
Welche Obstsorte hat den größten Einfluss auf den Blutzucker?

Wann treten Hitzewallungen in den Wechseljahren am häufigsten auf?

Warum verursachen die Schmerzmittel ASS, Diclofenac und Ibuprofen manchmal Magenprobleme?

Wie läuft eine Darmspiegelung ab?

Wie beginnt eine Schizophrenie?

Überblick aller Fragen und Antworten

 
Seite versenden  
Seite drucken