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Langzeit-Sauerstofftherapie - über eine Nasensonde erhalten Patienten zusätzlichen Sauerstoff
Chronisch lungenkrank: WHO erwartet deutliche Zunahme

Für die Weltgesundheitsorganisation (WHO) steht es fest: Die chronisch-obstruktive Lungenerkrankung (chronic obstructive pulmonary disease - COPD) wird im Jahr 2020 die dritthäufigste Todesursache weltweit sein, nach Schlaganfall und Herzinfarkt. Die Hauptursache der COPD ist das Rauchen.

Die COPD ist eine chronische Entzündung der Bronchien, die dazu führt, dass sich die Atemwege verengen und sich nur teilweise durch Medikamente wieder weiten lassen. Zwei Krankheitsbilder lassen sich dabei unterscheiden:

- Chronisch obstruktive Bronchitis
Sie entsteht aus einer einfachen chronischen Bronchitis, wenn sie lange anhält und Schadstoffe wie das Rauchen weiter einwirken. Die Atemwege verengen sich (Obstruktion), Luftnot entsteht - zunächst unter Belastung, später auch in Ruhe.

- Lungenemphysem
Durch äußere Schäden wie das Rauchen beginnt die Lunge sich umzubauen. Die kleineren Lungenbläschen werden zerstört, wichtige Flächen für den Gasaustausch gehen verloren - anstelle von Lungengewebe bleiben nur mit Luft gefüllte Räume zurück. Patienten klagen frühzeitig über Atemnot, vor allem bei Belastung.

Häufigste Ursache ist das Rauchen. Die Gefahr, an einer COPD zu erkranken, nimmt mit der Menge der inhalierten Zigaretten deutlich zu. Selten können auch andere Substanzen wie Stäube, Dämpfe und Gase oder genetische Ursachen zur COPD führen. Das Aufhören mit dem Rauchen ist die wichtigste Maßnahme, um einer chronischen COPD-Erkrankung vorzubeugen.

Welche Symptome weisen auf eine COPD hin?

- Husten, länger anhaltend, vor allem morgens nach dem Aufstehen
- Auswurf, der normalerweise weiß ist, sich aber bei bakteriellen Infekten gelb-grün verfärbt
- Atemnot, die meistens im frühen Stadium der Krankheit auftritt, zunächst nur unter Belastung, später auch in Ruhe

Wichtig ist, dass die Ärzte die Krankengeschichte ausführlich erheben - sie gibt oft schon deutliche Hinweise auf die COPD. Eine körperliche Untersuchung und ein Lungenfunktionstest gehören ebenfalls zur Basisdiagnostik. Weitergehende Laboruntersuchungen, Röntgenaufnahmen oder eine Bronchienspiegelung dienen häufig dazu, andere Krankheiten mit ähnlichen Symptomen auszuschließen.

So genannte Bronchodilatatoren, als Spray eingesetzte Medikamente, erweitern die verengten Atemwege. Medikamente mit unterschiedlichen Wirkungsmechanismen sind hier kombinierbar. Eine Therapie mit Cortison oder mit Antibiotika spielt nur bei einer akuten Verschlechterung eine Rolle.

Ist die Erkrankung fortgeschritten, benötigen die Patienten eine Langzeit-Sauerstofftherapie - über eine Nasensonde erhalten sie zusätzlichen Sauerstoff. Physikalische Maßnahmen können diese Behandlung unterstützen, erleichtern das Abhusten und helfen, quälende Hustenreize zu vermeiden - oder lindern die Atemnot. Bei jungen Patienten in fortgeschrittenem Krankheitszustand werden auch chirurgische Eingriffe bis hin zu einer Lungentransplantation erwogen.

Doch noch immer fehlen genaue Daten. "Wir wissen nicht, wie häufig die COPD ist, wie die Patienten mit dieser Krankheit medizinisch versorgt werden - noch kennen wir die Unterschiede in einzelnen Ländern", sagt Professor Dr. Tobias Welte, Direktor der Abteilung Pneumologie der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). Das soll eine groß angelegte internationale Studie in mehreren Ländern mit dem Namen BOLD (burden of obstructive lung disease) nun zeigen.

WANC 23.03.05
COPD: Luftstau in der Lunge

Keine Luft zum Atmen

Bronchitis: Meist nicht erkannt, vielfach falsch behandelt

 
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