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"Friendly fire" im Lungengewebe: Eine T-Zelle (blau) greift eine Epithelzelle der Lungenschleimhaut an (rot). Braun eingefärbt ist eine Stützzelle des Lungengewebes. (Foto: Yale University, USA / Richard Enelow)
Lungenentzündung durch fehlgeleitetes Immunsystem

Fehlgesteuerte Immunzellen können die Ursache schwerer Lungenentzündungen sein. Das kann geschehen, wenn sie - irrtümlich - gegen das eigene Körpergewebe vorgehen statt gegen eingedrungene Erreger.

Als "Interstitial Lung Disease", kurz ILD, bezeichnen Mediziner eine Klasse verschiedenartiger Störungen und Erkrankungen der Lungenbläschen sowie des Binde-, Lymph- und Gefäßgewebes der Atemorgane. Auch verschiedene Formen der Lungenentzündung werden unter dem Oberbegriff ILD zusammengefasst. Nicht nur Menschen, sondern auch Mäuse können ILD entwickeln.

Die Arbeitsgruppe von Professor Jan Buer, Gesellschaft für Biotechnologische Forschung (GBF) in Braunschweig konnte gemeinsam mit Kollegen von der Yale University in den USA  die aktive Rolle von außer Kontrolle geratenen CD 4+ T-Zellen bei der Entstehung mancher Formen von ILD zeigen. Kurz nach der fehlgeleiteten Immunreaktion löst das Nebeneinander von Antigen und dagegen gerichteten Abwehrzellen auch Mechanismen der Immuntoleranz aus: Entzündungshemmende Botenstoffe werden freigesetzt, Abwehrreaktionen gedämpft und abgebremst. "Nach einem schweren akuten Ausbruch der Krankheit lassen die Symptome schlagartig nach, und die Krankheit geht in eine chronische Form über", sagt die am Projekt beteiligte Wissenschaftlerin Dr. Dunja Bruder.

Die Untersuchung dieses chronischen Krankheitsverlaufs, so hoffen die Wissenschaftler, wird zu einem umfassenderen Verständnis von Immunreaktionen in der Lunge führen. "Nicht nur bei ILD, sondern auch bei vielen anderen Lungenerkrankungen wie etwa allergischem Asthma spielen Fehlsteuerungen von Immunzellen eine Rolle", erklärt Buer. "In den Zellen von kranken Mäusen sind dabei weitgehend dieselben Gene angeschaltet wie bei kranken Menschen. Wenn wir diese Prozesse besser verstehen, lassen sich daraus auch neue mögliche Heilungsansätze entwickeln."

WANC 21.12.04
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