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Immer mehr junge Mädchen rauchen (Foto: DAK/Wigger)
Lungenkrank: Frauen unterschätzen die Gefahren

Frauen unterschätzen anscheinend die Gefährdung durch chronische Lungenerkrankungen (COPD). Lungenerkrankungen könnten weltweit bald dritthäufigste Todesursache sein.

Viele Frauen sind sich der Gefahren von chronisch-obstruktiven Lungenerkrankungen (COPD) nicht bewusst. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie der British Lung Foundation gekommen. In Großbritannien sterben nahezu gleich viele Frauen an COPD wie an Brustkrebs. Die Erkrankungszahlen steigen ständig und bald könnten diese Krankheiten die vierthäufigste Todesursache bei Frauen sein.

In Deutschland sieht das nicht viel anders aus. Zwar lautet hierzulande in rund 50000 Fällen die Todesursache Brustkrebs und in etwa 34000 Fällen sind Lungenkrankheiten die Ursache (Quelle: Schleswig Holsteinsiches Ärzteblatt). Das Bundesgenossenschaftliche Forschungsinstitut für Arbeitsmedizin an der Ruhr-Universität Bochum betont aber: "Als Todesursache wird die COPD jedoch nur selten genannt, da sie nicht immer die unmittelbar zum Tode führende Erkrankung ist."

Das Institut veröffentlichte, dass 9 von 1.000 Männern und 7 von 1.000 Frauen an COPD leiden. Diese Erkrankung tritt vor allem ab dem 40. Lebensjahr auf.  In einer repräsentativen US-amerikanischen Querschnittstudie, in der 15697 Personen untersucht wurden, litten 2 % an einer schweren COPD, 5 % hatten eine moderate COPD und bei 6 % trat eine restriktive Lungenerkrankung auf. Außerdem ergab die Untersuchung, dass Patienten mit einer COPD häufiger Herzerkrankungen als Begleitdiagnose zeigten. Weltweit, so schätzt die Weltgesundheitsorganisation WHO, werden im Jahre 2020 Lungenerkrankungen die dritthäufigste Todesursache sein.

Auch werden die Raucherinnen immer jünger. Die internationale Vergleichsstudie "Health Behaviour in School-aged Children" (HBSC) aus dem Jahr 2000 ergab, dass in Deutschland Mädchen inzwischen sogar deutlich häufiger rauchen, als ihre männlichen Altersgenossen: Von den 15-Jährigen griffen 27,6 Prozent der Jungen und 35,8 Prozent der Mädchen regelmäßig zur Zigarette.

Doch nur ein Prozent der in England befragten 1.200 Frauen gab an, dass COPD zu ihren größten gesundheitlichen Ängsten gehört. Die Teilnehmerinnen fürchteten Brustkrebs am meisten. 27 Prozent der Frauen gingen fälschlicherweise davon aus, dass die meisten Frauen an Brustkrebs sterben. Tatsächlich sind Herzerkrankungen die häufigste Todesursache. Raucherinnen waren sich der Gefährdung durch COPD etwas bewusster. Rauchen erhöht das Risiko einer Erkrankung um das 13fache.

Zu COPD gehören die chronisch obstruktive Bronchitis und Lungenemphyseme. Passivrauchen, Staub und Dämpfe gehören neben dem aktiven Rauchen zu den möglichen Verursachern einer Erkrankung. In seltenen Fällen können die Ursachen auch genetisch bedingt sein. Derzeit sterben rund 12.000 Frauen jährlich an COPD. Nur 15 Prozent der befragten Frauen reihten COPD unter ihre am meisten gefürchteten Krankheiten. Tatsächlich sterben an diesen Krankheiten mehr Frauen als an Eierstockkrebs und Gebärmutterhalskrebs zusammen.

Die Anzahl der COPD Erkrankungen bei Männern hat laut BLF einen bestimmten Plateauwert erreicht. Frauen sind deutlich anfälliger. Es wird angenommen, dass die geringere Größe der Atemwege dafür verantwortlich sein könnte. Anders als in anderen europäischen Ländern, raucht rund ein Viertel der Britinnen.

WANC 14.09.05/pte

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