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Menschen mit Nasen-Polypen leiden häufig an schwerem Asthma (Foto: Stock photo)
Nasen-Polypen können Asthma auslösen

Was haben Polypen in der Nase mit Asthma zu tun? Nichts, würde man denken. Falsch. Denn die Wucherungen in der Nase führen zur Produktion von Antikörpern gegen Allergien. Doch die lösen keine Allergie sondern bei vielen schweres Asthma aus. Die Erkenntnis ist für Asthmatiker auch erfreulich. Denn damit wird ihre Erkrankung behandelbarer.

Viele schwere Asthma-Erkrankungen sind wahrscheinlich die Folge von Nasen-Polypen. Bei etwa acht von zehn Patienten sind solche Polypen mit Staphylokokken besiedelt,
kugelförmigen Bakterien, von denen es viele Unterarten gibt. Auf sie reagiert der Körper bei einem großen Teil der Betroffenen (rund 40 Prozent) mit einer starken Produktion von Immunglobulin E (IgE).

Allergologen - also Fachärzte, die sich mit Allergien beschäftigen - bezeichnen IgE als “den” typischen Allergie-Antikörper. "Er ist der Stoff, der die immunologisch aktiven Mastzellen 'bewaffnet' und bei Allergenkontakt für allergische Symptome sorgt", erklärt Professor Claus Bachert, Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und
klinische Immunologie (DGAKI).

Das IgE der Polypen-Träger sei gegen tausende verschiedene Allergene gerichtet. Die Polypen-Patienten aber bekommen keine Allergie, sondern häufig ein schweres Asthma. Für die Betroffenen sei die neu entdeckte Ursachenkette von großer Bedeutung, unterstreicht Bachert: "Wir können sie erfolgreich mit einem bereits verfügbaren monoklonalen Antikörper gegen IgE behandeln. Das hat eine placebo-kontrollierte Studie ergeben." Bei den Patienten habe es einen "signifikanten Rückgang der Polypen und der Asthmasymptome" gegeben, betont. Bachert.

Nasenpolypen sind gutartige Wucherungen der Nasenschleimhaut. Sie behindern meist die Nasenatmung. Das führt in der Folge häufigt zu Folgeerkrankungen. Nasenpolypen treten oft zusammen mit Allergien oder einer Schmerzmittelunverträglichkeit auf.

Die Ursachen für die Entstehung von Nasenpolypen sind noch nicht geklärt. Möglicherweise ist die Polypenbildung eine Schleimhautreaktion auf noch nicht identifizierte Einflüsse. In Frage kommen  eine Schädigung der Schleimhaut durch gehäufte Nasennebenhöhlenentzündungen oder eine Pilzbesiedelung aber auch Allergien. So haben Patienten mit Heuschnupfen oft auch Nasenpolypen.

Besonders häufig treten Nasenpolypen bei Menschen auf, die bestimmte Schmerzmittel wie Acetylsalicylsäure (z.B. Aspirin) nicht vertragen. Ärzte nennen das Analgetikaintoleranz, was Schmerzmittelunverträglichkeit bedeutet.

Ein Drittel der Kinder, die an Mukoviszidose leiden, haben gleichzeitig Polypen. Bei der Mukoviszidose handelt es sich um eine erblich bedingte Stoffwechselstörung, bei der sich zäher Schleim in den Atemwegen und der Lunge bildet.

WANC 09.09.10, Quelle: Deutsche Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie e.V. - DGAKI

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