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Bronchitis: Meist nicht erkannt, vielfach falsch behandelt

Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) nehmen Lungenerkrankungen bis zum Jahr 2020 um 30 Prozent zu. Derzeit leidet etwa jeder 10. Deutsche an einer chronischen Bronchitis (CPOD). Gleichzeitig zeigen Studien, dass Patienten in der Mehrzahl der Fälle weder richtig diagnostiziert noch therapiert werden.

"Die chronische verstopfende Bronchitis, das Lungenemphysem, Lungenentzündung und Lungenkrebs werden dann sogar den Rang drei bis fünf der Todesstatistik weltweit einnehmen", sagt Professor Dr. Berndt Lüderitz, Direktor der Medizinischen Klinik II des Universitätsklinikums Bonn. Derzeit leidet etwa jeder zehnte Deutsche an einer chronisch verstopfenden Bronchitis (COPD). In Deutschland verursachen derzeit Erkrankungen der Lunge mit 19 Milliarden Euro jährlich nach den Herz-Kreislauf-Erkrankungen die zweithöchsten Kosten im Gesundheitswesen.

Wie fatal die Situation ist, zeigt eine Studie der European Respiratory Society (ERS). Patienten, die an einer COPD leiden, werden extrem häufig falsch diagnostiziert oder überhaupt nicht behandelt. COPD steht für Krankheitsbilder, die dadurch gekennzeichnet sind, dass der Luftstrom vor allem beim Ausatmen behindert ist und sich im Lauf der Jahre neben der Atemnot ein Gefühl der "Überblähung" entwickelt. Husten und übermäßige Schleimproduktion sind weitere Symptome.

Obwohl die Erkrankung mit ihrer Todesrate zur vierthäufigsten Todesursache zählt, schätzen die Experten, werden 75 Prozent der Fälle in Europa und 50 Prozent der Fälle in den USA nicht richtig diagnostiziert. "Der Grad an falschen Diagnosen ist extrem beunruhigend", so David Price, Experte von der University of Aberdeen.

Die Diagnose COPD bedeutet einen belastenden Einschnitt ins Leben, da die Erkrankung per se nicht heilbar ist. Sie gehört aber dennoch zu den Lungenerkrankungen, die medizinisch in den Griff zu bekommen sind. Dazu zählen unter anderem die Aufgabe des Rauchens, körperliches Training, Atemgymnastik und gesunde Ernährung. Zusätzlich werden Medikamente verabreicht. Die Experten fordern, dass die Mediziner genauere Diagnosen stellen, um die Therapien zu verbessern und dabei den Patienten mehr Chance zur Linderung zu geben.

WANC 09.09.04/pte

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