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Frische Luft? Schmutzpartikel, die wir einatmen, sollen so gefährlich wie Zigarettenrauch sein
Schmutzpartikel in der Luft schädlich wie Zigarettenrauch

Eine bisher nicht bekannte Gruppe von Schmutzpartikeln in der Luft steht im Verdacht, eine ähnliche Wirkung zu haben wie die schädlichen Substanzen im Tabakrauch. Eine Studie beweist, dass ein Mensch pro Tag durchschnittlich über 300 Mal mehr Teilchen von diesen so genannten freien Radikalen einatmet, als der Rauch einer Zigarette enthält.

„Diese Entdeckung könnte dazu beitragen, das langwährende medizinische Geheimnis zu erklären, warum Nichtraucher Krankheiten wie Lungenkrebs entwickeln, die dem Genuss von Tabak angelastet werden“, meinte H. Barry Dellinger von der Louisiana State University in Baton Rouge.

Tabakrauch enthält winzige Teilchen, „freie Radikale“, die von der Lunge und anderem Körpergewebe aufgenommen werden, dort die Zellen und auch direkt die Erbinformationsträger (DNS) schädigen und so unter anderem Lungenkrebs auslösen. „Durch unsere Arbeit, wissen wir nun, dass freie Radikale, die denen in Zigaretten ähneln, auch in kleinen Partikeln in der Luft vorhanden sind und möglicherweise viele genauso lebensbedrohliche Auswirkungen haben können“, erläuterte Dellinger.

Dass es auch in der Luft freie Radikale gibt, weiß die Wissenschaft seit langem. Diese Atome, Moleküle oder Teile von Molekülen entstehen während der Verbrennung von Kraftstoffen oder in photochemischen Prozessen wie denen, bei denen auch Ozon entsteht. Sie sind äußerst reaktionsfreudig und schädigen die Zellen im Körper. Die bisher bekannt gewesenen Radikale existieren allerdings kürzer als eine Sekunde und verschwinden dann wieder.

Im Gegensatz zu ihnen nennt Dellinger die neu entdeckten Radikale „beständige freie Radikale“ (persistent free radicals, PFR). Sie lagern sich am Feinstaub in der Luft und an Teilchen an, die bei der Abkühlung der Gase in Schornsteinen, Autoauspuffen und Hauskaminen entstehen. Dadurch bestehen sie längere Zeit in der Luft und werden über große Entfernungen transportiert.

„Man muss an einem bestimmten Orten sein, um flüchtige Radikale einzuatmen. Man muss zum Beispiel direkt an der Straße stehen, wenn das Fahrzeug vorbeifährt. Beständige Radikale können unbegrenzte Zeit auf dem Feinstaub in der Luft überstehen. Man kann ihnen also nie entkommen“, warnte Dellinger.

Sind die beständigen Radikale erst einmal vom Körper aufgenommen, richten sie dort vermutlich dieselben Schäden an wie Zigarettenrauch. Etwa 10 bis 15 Prozent der Lungenkrebsfälle werden laut der American Cancer Society bei Nichtrauchern diagnostiziert und frühere Studien legen nahe, dass über 500.000 Amerikaner jedes Jahr an Herz-Lungen-Krankheiten sterben, die auf das Einatmen von Feinstaub zurückzuführen sind. Für Dellinger sind die Ergebnisse seiner Studie ein schockierendes, doch nicht erstaunliches Ergebnis, wenn man die vielen Krankheiten betrachtet, für die man im Augenblick keinen bestimmten Auslöser kennt. Dellinger betont aber, dass weitere Forschungen notwendig sind, bevor man nachweisen kann, dass die beständigen Radikale in der Luft diese Krankheiten auslösen.

Die Raucher entlastet diese Studie nicht, so Dellinger: „Die Raucher bekommen mit jeder Zigarette die doppelte Dosis ab, da auch der Rauch der Zigaretten diese Moleküle beinhaltet. In den fünf Minuten, in denen ein typischer Raucher seine Zigarette raucht, atmet er oder sie die gleiche Menge an PFRs aus der Luft nochmals mit dem Rauch der Zigarette ein und steigert so den schädlichen Effekt.“

WANC 03.09.08/
Quelle: Newly detected air pollutant mimics damaging effects of cigarette smoke, American Chemical Society

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