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Zucker kann die Gefahr für Bluthochdruck erhöhen (Foto: Image ID: 1426045, freeimages.com)
Zucker kann die Gefahr für Bluthochdruck erhöhen (Foto: Image ID: 1426045, freeimages.com)
Die falschen weißen Kristalle: Zucker gefährlicher als Salz für Bluthochdruck

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind eine tödliche Gefahr. Das wir das nicht vergessen, dafür sorgen Aufklärungskampagnen von Krankenkassen, Organisationen, Ärzten und Apothekern. Als einer der wichtigsten Gründe für diese Erkrankungen gilt der Bluthochdruck. Und dieser wiederum wird laut Hochdruckliga zu 60%-70% durch überhöhte Kalorienaufnahme, Bewegungsmangel, falsches Essverhalten sowie soziokulturelle Einflüsse hervor gerufen. In diesem Zusammenhang wird auch immer wieder vor einer zu hohen Kochsalzaufnahme - mehr als 6 Gramm am Tag - gewarnt. Erstaunlich: Die Warnung vor einem anderen weißen Stoff fehlt fast überall - nämlich vor Zucker. In einer Studie kommen die beiden US-amerikanischen Ärzte Dr. James DiNicolantonio, Amercia Heart Institute,  und Dr. Sean C. Lucan, Albert Einstein College of Medicine, zu dem Ergebnis, Zucker viel gefährlicher für das Entstehen von Bluthochdruck ist als Salz.

Beide Ärzte streiten dabei nicht ab, dass eine Verminderung des Salzverzehrs einen Einfluss auf den Blutdruck hat. Aber die Auswirkung auf die Blutdrucksenkung sei "relativ gering". Umstritten ist sie sowieso, weil es sich durchaus wiedersprechende Studien gibt. Und ein Salzkonsum von unter 3 Gramm am Tag könne sogar gefährlich sein. Einig sind sich aber fast alle: Die wahren Gefahren gehen von den versteckten Salzmengen in Fertignahrungsmitteln aus, weil sich diese Mengen vom Konsumenten so gut wie gar nicht kontrollieren lassen.

Aber in Fertigprodukten steckt eben nicht nur Salz - sondern vor allem jede Menge Zucker oder Fruktose (Fruchtzucker, der industriell gefertigten Nahrungsmitteln meist in Form von angereichertem Sirup aus Maisstärke zugesetzt wird). "Zucker hat wahrscheinlich einen wesentlich größeren Einfluss auf den Blutdruck als Salz," warnen DiNicolantonio und Lucan. Die Zahlen scheinen das eindeutig zu belegen. Menschen, die zwischen 10% und 24,9% ihrer tägliche Kalorienaufnahme durch Zucker bestreiten, sterben um 30% häufiger an Herz-Kreislauf-Problemen als solche, die unter 10% der täglichen Kalorienaufnahme durch Zucker tätigen.

Andere Daten zeigen, dass der tägliche Konsum von mehr als 74 Gramm Fruktose das Risiko um 26% erhöht einen Blutdruck oberhalb von 135/85 mmHg zu haben, um 30% erhöht mit dem Blutdruck oberhalb von 140/90 mmHg zu liegen und um 77% steigert sogar über 160/100 mm Hg zu liegen. Anders ausgedrückt: Wer viel Zucker zu sich nimmt, hat mir hoher Wahrscheinlichkeit einen höheren Blutdruck.

Eine andere Untersuchung hat die Folgen einer stark zuckerlastigen Ernährung beobachtet. Bei Testpersonen lag der Zuckeranteil am gesamten täglichen Kalorienverzehr bei 33%. Schon nach 8 Wochen war im Vergleich zu Personen mit niedrigem Zuckerverzehr ein Anstieg des systolischen Blutdruckes um 6,9 mmHg und des diastolischen Blutdruckes um 5,6 mmHg zu verzeichnen. Interessant: Wurden aus den Ergebnissen die Studien herausgerechnet, die von der Zuckerindustrie bezahlt worden waren, dann lag die Erhöhung sogar bei 7,6 mmHg systolisch bzw. 6,1 mmHg diastolisch.

Zucker birgt aber auch noch andere Gefahren. So haben die beiden Ärzte beispielsweise heraus gefunden, dass 150 Kilokalorien mehr am Tag allein durch Zucker das Risiko für eine Diabeteserkrankung um das 11-Fache im Vergleich zu einer Erhöhung um 150 Kilokalorien durch die allgemeine Ernährung steigert.

DiNicolantonio und Lucan kommen deshalb zu dem Urteil, dass sich Diätempfehlungen mehr dem Problem des Zuckers zuwenden sollten. Sie warnen vor allem von den in Fertignahrungsmitteln und Limonaden enthaltenen Süßmitteln. Aber sie betonen auch: "Natürliche Zuckerquellen in Früchten und Gemüse gefährden die Gesundheit nicht. Frische Früchte und Gemüse zu essen ist vorteilhaft."

Berliner Ärzteblatt 12.12.2014/ Quelle: Open Heart 2014

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