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Ein Wutanfall schädigt das Herz und die Gefäße (Foto: www.BlickReflex.de/ pixelio.de)
Ein Wutanfall schädigt das Herz und die Gefäße (Foto: www.BlickReflex.de/ pixelio.de)
Wenn Wut in Herzinfarkt oder Schlaganfall endet

Ist der Zorn größer als die Selbstbeherrschung, dann findet im Körper eine wahre Eruption statt. Ein Wutausbruch bringt das Nervensystem in Hochspannung, lässt Herz und Blutdruck in die Höhe jagen und macht die Gefäße eng. Wut ist nicht gesund. Denn Zorn lässt die Gefahr für Herzinfarkt und Schlaganfall dramatisch steigen.

Dieses Risiko erhöht sich insbesondere in den ersten beiden Stunden nach einem Wutausbruch: für einen Herzinfarkt um das 4,74-Fache und für einen Schlaganfall um das 3,62-Fache. Am höchsten aber liegt die Gefahr für ein sogenanntes intrakranielles Aneurysma. Das sich ein solcher Blutsack an den Gefäßen im Gehirn bildet, ist bei Wut um das 6,3-Fache wahrscheinlicher. Aneurysmen werden von Ärzten als "Zeitbombe im Kopf" bezeichnet, weil er platzen und das Leben gefährden kann.

Laut Dr. Elizabeth Mostofsky von der Harvard School of Public Health, die die Untersuchung geleitet hat, besteht das Problem aber bei den meisten nicht, wenn man einmal seiner Wut freien Lauf lässt. Gefährlich wird es mit den Zornanfällen vor allem, wenn die leicht reizbaren Zeitgenossen bereits an einem Herzinfarkt, Schlaganfall oder an Diabetes erkrankt waren. Das Risiko erhöhte sich ebenfalls um so mehr, je häufiger jemand ausrastete und außerdem unter Herz-Kreislauf-Erkrankungen litt.

Mostofsky hat den Ablauf beobachtet. Demnach dauert der reine Wutausbruch recht kurz, was die Körpertemperatur auch flott wieder abkühlen und damit das Sterberisiko sinken lässt. Die Kardiologin hat errechnet, dass ein zusätzlicher Wutanfall im Monat einen zusätzlichen Herzinfarkt auf 10.000 Lebensjahre hervor ruft. Wenn diese Personen Herz-Kreislauf-Probleme haben, dann erhöht sich das auf vier Extra-Herzinfarkte pro 10.000 Lebensjahre.

Alles noch nicht so erschreckend viel? Stimmt irgendwie. Aber Menschen, die öfter wütend sind - so fünfmal am Tag - bei denen würde es zu 158 zusätzlichen Herzinfarkten kommen. Und hätten diese Menschen dann noch Herz-Kreislauf-Probleme, dann würde das 657 zusätzliche Herzinfarkte bedeuten.

Folgerung: Besser nicht ärgern, bessern nicht zornig sein, besser keinen Wutanfall.


Berliner Ärzteblatt 05.03.2014/ Quelle: European Heart Journal

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