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Herzrhythmusstörungen: Auch eine kurzzeitige Medikamentengabe kann helfen

Vorhofflimmern ist die häufigste Herzrhythmusstörung. Durch eine elektrische Kardioversion - das sind Stromstöße an das Herz mit dem Ziel, den Herzrhythmus zu normalisieren - kann Vorhofflimmern in fast allen Fällen erfolgreich beendet werden, sagen Kardiologen. Wie eine Studie jetzt zeigt, reicht eine anschließende medikamentöse Kurzzeitbehandlung häufig aus, um das Wiederauftreten von Vorhofflimmern nach einer Kardioversion zu verhindern. Gut für Patienten, die die Langzeitgabe des Antiarrhythmikums nicht gut vertragen.

Vorhofflimmern führt zu einem Verlust der Pumpkraft des Herzens und zur Herzinsuffizienz (Herzsschwäche). Zudem ist die Gefahr einer Blutgerinnselbildung im Vorhof während Vorhofflimmerns groß: Etwa jeder fünfte Schlaganfall in Deutschland entsteht durch Vorhofflimmern. Durch eine elektrische Kardioversion kann Vorhofflimmern in fast allen Fällen erfolgreich beendet werden, betonten Ärzte. Allerdings stellen sie fest, dass bei der Mehrzahl der Patienten in den ersten Tagen und Wochen nach einer Kardioversion erneut Vorhofflimmern auftritt. Als Grund haben Kardiologen Veränderungen im Vorhof des Herzens ermittelt, wodurch sich die Gefahr von Rückfällen erheblich erhöht. Deshalb erhalten Patienten Antiarrhythmika (Medikamente zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen),  was ein Wiederauftreten von Vorhofflimmern in etwa der Hälfte aller Fälle verhindern kann.

Untersuchungen belegen, dass sich die Vorhöfe innerhalb von vier Wochen nach einer Kardioversion von den Stromstößen erholen. Danach tritt Vorhofflimmern deutlich seltener auf. Ärzte sagen deshalb, dass eine Behandlung mit Antiarrhythmika während der ersten vier Wochen nach Kardioversion ausreichend sein könnte. Bisher erhalten Patienten allerdings eine Langzeit-Behandlung für etwa sechs Monate.

In einer Studie wurde deshalb eine Kurzzeitbehandlung mit Antiarrhythmika für vier Wochen nach Kardioversion untersucht. Im Zeitraum von Mai 2007 bis März 2010 wurden in 44 Zentren in Deutschland über 600 Patienten in die Studie eingeschlossen. Sie erhielten nach einer Kardioversion entweder für vier Wochen oder für die gesamte Beobachtungszeit von sechs Monaten das Medikament Flecainid.

Die Auswertung der Studiendaten zeigt: Die Langzeitbehandlung mit dem Antiarrhythmikum Flecainid wirkt zwar besser als die Kurzzeitbehandlung, aber auch die vierwöchige Kurzzeittherapie ist in der Lage, Vorhofflimmer-Rezidive zu verhindern: von den 261 Patienten, die das Medikament nur vier Wochen lang einnahmen, hatten 120 im Beobachtungszeitraum Vorhofflimmer-Rezidive, während von den 263 Patienten, die sechs Monate lang behandelt wurden, 103 wieder Vorhofflimmern bekamen. Die Kurzzeittherapie erreichte zum Studienende nach 6 Monaten etwa 80% der Wirkung einer Langzeittherapie. Weshalb die Kurzzeittherapie dennoch sehr sinnvoll sein kann? Insbesondere Patienten, die ein erhöhtes Risiko für Nebenwirkungen oder Komplikationen haben, stellt diese Behandlungsform eine sinnvolle Alternative dar.

wanc 18.06.2012/ Quelle: Das Kompetenznetz Vorhofflimmern, Flec-SL Studie,  Lancet

 
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