Frauen
Männer
Allergien
Atmungsorgane
Augen, Ohren, Mund, Zähne
Diabetes, Stoffwechselkrankheiten
Haut
Herz-Kreislauf - Herzinfarkt, Schlaganfall
Infektionen, Immunsystem
Migräne, Kopf- und andere Schmerzen
Krebs
Leber, Magen, Darm, Niere, Schilddrüse
Rheuma, Rücken, Gelenke, Knochen
Psyche, Nerven, Gehirn, Suchtkrankheiten
Alternativ
Weitere Krankheiten
 
 

Übergewicht: Warum der Blutdruck steigt

Warum erhöht krankhaftes Übergewicht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen? Anscheinend lässt das Übergewicht den  Insulinspiegel steigen und das wiederrum das atriale natriuretische Peptids (ANP) sinken. Hierbei handelt es sich um einen Botenstoff, der im Herz gebildet wird und blutdrucksenkend wirkt. Das bedeutet: wenig ANP = hoher Blutdruck.

Das Herz schüttet den Botenstoff ANP immer dann aus, wenn die Zellen der rechten Herzvorhofwand aufgrund eines zu hohen Blutvolumens gedehnt werden. In der Folge passiert dann das: das Durstgefühl wird gehemmt, die Muskulatur der Gefäße entspannt und verstärkt Harn ausgeschieden. Diese drei Mechanismen lassen das Blutvolumen und damit den Blutdruck sinken und schützen auf diese Weise vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Seit längerem beobachten Wissenschaftler weltweit, dass die ANP-Spiegel besonders bei stark übergewichtigen Menschen sehr niedrig sind. Das ist die Folge eines chronisch erhöhten Insulinspiegels – wie er sich bei krankhaftem Übergewicht häufig einstellt. Denn im Fettgewebe bilden sich Stoffe, die die ANP-Produktion behindern. 

Hintergrundinformation (Quelle: Deutsches Institut für Ernährungsforschung (DIfE):
Etwa 90 Prozent der Diabetespatienten in Deutschland sind an einem Typ-2-Diabetes erkrankt, der auch als Altersdiabetes bekannt ist, aber mit dem Alter wenig zu tun hat. Ausgelöst wird diese Stoffwechselerkrankung durch eine genetische Veranlagung gepaart mit einer ungesunden Ernährung und einem ungünstigen Lebensstil. Die direkte Vorstufe zum Diabetes ist die Insulinresistenz: Das Hormon Insulin ist zwar vorhanden, kann aber an seinem Zielort, den Zellmembranen, nicht richtig wirken, so dass der Blutzuckerspiegel ansteigt. Der Körper versucht diesem Prozess durch eine verstärkte Insulinproduktion entgegenzuwirken. Dies funktioniert aber nur für eine gewisse Zeit und im weiteren Verlauf kommt es zu einem relativen Insulinmangel, so dass der Blutzuckerspiegel ansteigt (Diabetesentwicklung). Beim Fortschreiten der Erkrankung treten dann zunehmend Insulinsekretionsstörungen auf. Die molekularen Mechanismen, die zur Krankheitsentstehung beitragen sind noch weitgehend unbekannt, werden aber derzeit erforscht. Typ-2-Diabetes kann lange Zeit ohne Symptome verlaufen und erst durch Spätschäden auf sich aufmerksam machen. Der Typ-2-Diabetes tritt oft zusammen mit Übergewicht, Bluthochdruck und erhöhten Blutfettwerten auf.

wanc 26.03.2012/ Quelle: Journal of Clinical Endocrinology and Metabolism (O. Pivovarova et al.; 2012; DOI: 10.1210/jc.2011-2839)

 
Seite versenden  
Seite drucken