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Ein gebrochenes Herz kann zu einer schweren Herz-Kreislauf-Erkrankung führen (Foto: stock.xchng Image ID: 1267479)
Ein gebrochenes Herz kann zu einer schweren Herz-Kreislauf-Erkrankung führen (Foto: stock.xchng Image ID: 1267479)
Broken-Heart-Syndrom: Es trifft vor allem Frauen

Manche nennen es Broken-Heart-Syndrom oder auch Gebrochenes-Herz-Syndrom und wieder andere Tako-Tsubo-Syndrom. Es handelt sich dabei immer um eine Stress-Kardiomyopathie, das ist eine schwere Herz-Kreislauf-Erkrankung, bei der unter außerordentlicher emotionaler oder körperlicher Belastung der Herzmuskel nicht mehr richtig arbeitet. Betroffen sind davon überwiegend Frauen.

Es geht um extreme psychische Belastungen: Liebeskummer, Verkehrsunfälle, Todesfälle von Nahestehenden, ein besonderes aufregendes oder unangenehmes Ereignis, eine körperliche Erkrankung, eine Operation. Der emotionale Notstand lässt den Körper eine Überdosis von Stresshormonen ausstoßen. Adrenalin und Noradrenalin steigen um das Sechsfache des Normalwertes an. Die Folge: Der Herzmuskel verkrampft, das Herz wird nicht mehr ausreichend durchblutet und schafft es deshalb auch nicht mehr, genügend Blut durch die Adern zu pumpen. Anzeichen eines Herzinfarktes treten auf. Die Betroffenen empfinden Druck auf der Brust, Übelkeit, Angst, Atemnot.

Wissenschaftler glauben, dass die vorübergehend auftretende Pumpschwäche des Herzens möglicherweise eine Selbstschutzmaßnahme des Körpers ist, um einer übersteigerten Herzaktivität vorzubeugen. Das Broken-Heart-Syndrom kann tödlich enden. Doch tatsächlich ereilt der Tod weit weniger Patienten/innen als beim Herzinfarkt. An einem Herzinfarkt sterben bis zu 50% der Betroffenen, beim Tako-Tsubo-Syndrom sind es "nur" etwas über 3%.

Die Stress-Kardiomyopathie lässt sich gut behandeln: mit Heparinen (Mittel zur Hemmung der Blutgerinnung) sowie in der Nachbehandlung mit Betablockern oder ACE-Hemmern. Vor allem aber müssen die Patienten/innen lernen, mit Stress besser umzugehen.

Man schätzt, dass in Deutschland zwischen 2,3 bis 2,6% aller Patienten/innen mit Herz-Kreislauf-Problemen unter einer Stress-Kardiomyopathie leiden. Bei den Frauen liegt der Anteil bei etwa 7,5%. Und 90% der Patienten/innen mit einem Broken-Heart-Syndrom sind Frauen, meist im Alter zwischen 62 und 75 Jahren. Weil die Erkrankung gut behandelt werden kann, liegt die Gefahr für ein erneutes Auftreten bei 30%.

Berliner Ärzteblatt 14.11.2012/ Quelle: Circulation (2012: doi: 10.1161/ CIRCULATIONAHA.­112.111591), pte

Weitere Informationen:
Extremer Stress: Beschwerden wie bei einem Herzinfarkt
Tako-Tsubo: Das Syndrom des gebrochenen Herzens

 
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