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Arterienverkalkung lässt sich rückgängig machen

Die Verkalkung von Arterien (medizinisch Atherosklerose) lässt sich rückgängig machen. Kardiologen sinken das hohe Lied der Statine. Die Cholesterin-senkenden Medikamente sollen die gefährlichen Plaques (Ablagerungen) in den Gefäßen kleiner werden lassen. Vorraussetzung: Die strengen Zielwerte für das LDL-Cholesterin müssen erreicht und eingehalten werden. Über Nebenwirkungen kommen allerdings nur wenig Informationen.

Die deutschen Herz- und Kreislaufärzte sind frohgemut. Denn nun wissen sie, dass sich der Prozess der Bildung von Ablagerungen (Plaques) in den Blutgefäßen - dieser Prozess  nennt sich Atherosklerose  - allen bisherigen Annahmen zum Trotz rückgängig machen lässt. Der bisherige Kenntnisstand sagte, dass eine einmal begonnene Plaque-Bildung bestenfalls verlangsamt werden konnte. Doch atherosklerotische Plaques ("Atherome") können unter Therapie schrumpfen, "wenn ein LDL-Cholesterin unter 70 mg/dl erreicht wird", berichtet Prof. Dr. Raimund Erbel (Klinik für Kardiologie am Universitätsklinikum Essen). Und das "bedeutet weniger Herzinfarkte und Schlaganfälle."

Bei der Behandlung mit den Statinen Rosuvastatin bzw. Atorvastatin wurde bei mehr als zwei Drittel der Patienten bei intensiver Therapie eine Volumenverminderung der Plaques erreicht. Nach zweijähriger hochdosierter Therapie erreichten die mit Rosuvastatin behandelten Patienten ein etwas niedrigeres LDL-Cholesterin (62,6 vs. 70,2 mg/dl) und auch höhere HDL-Cholesterinwerte (50,4 vs. 48,6 mg/dl). Hinsichtlich der Größe der Koronarie (percent atheroma volume, PAV)  ergab sich eine Reduktion von 0,99% unter Atorvastatin und 1,22% unter Rosuvastatin.

Erbel sagt nun, dass die Atherosklerose bei geeigneter Therapie reversibel ist. Die Dosis der Statine müsse bei Risikopersonen aber hoch genug sein. Das LDL-Cholesterin müsse unter 80 mg/dl gesenkt werden, in den USA gelte sogar ein Zielwert von 70 mg/dl. Erbel führt die Verbindung von hoher Cholesterinsenkung und hoher Statindosis denn als das ausschlaggebende Erfolgskriterium an. Weil das in früheren Studien nicht erfüllt wurde, konnte man auch keine Rückbildung der Plaques beobachten. "Die LDL-Senkung war einfach nicht deutlich genug. Das liegt zum Teil auch daran, dass man mit den älteren Statinen die heutigen Zielwerte in den meisten Fällen gar nicht erreichen kann."

Die Therapie mit hochdosierten Statinen sei jedenfalls machbar, betont Erbel, weil die Nebenwirkungsrate in der Studie "gering" war. Bei keinem einzigen der rund 1.000 Patienten sei  eine Rhabdomyolyse (Auflösung quergestreifter Muskelfasern, darunter fällt die Skelett- und Herzmuskulatur sowie das Zwerchfell), die gefürchtetste Komplikation der Statin-Therapie, aufgetreten. Das sind nicht gerade viele Informationen zu Nebenwirkungen. Dabei sind gerade in den letzten Jahren vermehrt Studien veröffentlicht worden, die vor den Risiken der Statine warnen. So sollen die Cholesterinsenker auf 10000 Frauen 23 zusätzliche Fälle von Nierenversagen, 73 von Leberversagen, 307 von grauem Star sowie 39 von Muskelschwäche bewirken. Bei Männern sei das mit einer Ausnahme - bei Männern gab es 110 Fälle von Muskelschwäche mehr - ganz ähnlich, sagen Wissenschaftler.

wanc 16.04.2012/ Quelle: Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie - Herz- und Kreislaufforschung (DGK)

 
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