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Schokolade macht einen Schlaganfall unwahrscheinlicher

Schokolade ist gut für Herz, Hirn und Gefäße. Seit einiger Zeit gibt es immer wieder neue Studien, die diese  gesundheitswirksame Wirkung von Schokolade unterstreichen wollen. Doch wenn man einmal genau liest, dann weiß man nicht mehr so genau, was man eigentlich glauben soll. Auch eine neue Studie, die aus Schweden kommt, bestätigt zwar grundsätzlich den Schutz von Schokolade gegen Schlaganfall. Es bleiben jedoch einige Wenn's und Aber's.

Erst einmal die reinen Daten: Untersucht wurden 37.103 schwedische Männer, die zu Beginn der Studie zwischen 45 und 79 Jahre alt waren. Sie wurden über 10 Jahre lang beobachtet und ihre Ernährungsgewohnheiten aufgezeichnet. In der Beobachtungszeit erlitten 1995 Männer einen Schlaganfall. Dabei stellte sich heraus, dass die Männer, die am meisten Schokolade verzehrt hatten - dabei handelte es sich um knapp 63 Gramm Schokolade in der Woche - um 17% seltener einen Schlaganfall bekamen als die, die keine Schokolade aßen.

Die Studie hält mehrere Überraschungen bereit. Die erste: Diese Männer hatten Milchschokolade gegessen. Bisher brachten alle Studien, die zu dem Thema gemacht wurden, die positiven Gesundheitswirkungen auf Herz, Hirn und Gefäße immer mit dunkler Schokolade (mindestens 70% Kakaoanteil) in Verbindung. Die zweite: Die Wissenschaftler sagen zu dem Ergebnis selbst, dass ein wenig Schokolade - sie nennen es moderaten Verzehr - das Schlaganfallrisiko senken könne. Die 17% bewerten sie aber als nicht mehr signifikant, was im Kauderwelsch der Wissenschaftler so viel bedeutet, dass das Ergebnis gar nicht umwerfend ist. Die dritte: Die Studie hat offenbart, dass Schokoladenesser gesünder leben als diejenigen, die keine Schokolade verzehren. Sie ernähren sich nicht nur gesünder, sondern bewegen sich auch mehr. Deshalb, so der Schluss, könne ein großer Anteil an dem Schutzeffekt auch von der gesünderen Lebensweise herrühren und nur indirekt mit der Schokolade zusammen hängen.

Dass aber dennoch etwas dran sein muss, an der Erkenntnis, dass Schokolade gut für Herz, Hirn und Gefäße ist, haben die schwedischen Forscher dennoch betont. Sie werteten nämlich über die eigene Studie hinaus Daten von 4260 Schlaganfällen aus. Dabei ermittelte sie, dass Schokoladenkonsum im Vergleich zu keinem Schokoladenkonsum eine Reduzierung des Risikos um 19% brachte.

Die Frage stellt sich, was man eigentlich glauben soll? Denn meistens wird von dunkler Schokolade, in diesem Fall aber von Milchschokolade gesprochen. Während einige Studie die Risikoverminderung für Schlaganfall und Herzinfarkt in den Bereich von 39% und sogar bis 48% ansiedeln, geben andere die Reduzierung als nur ein wenig oder nicht bedeutend an. Auch bei der Menge, die man verzehren muss, kommt man ins Grübeln. Es finden sich Mengen zwischen 3,6 und 105 Gramm am Tag, wobei bei den meisten Studien der Schokoladenkonsum so um die 7 Gramm an Tag liegt. Tatsache scheint zu sein, dass die Inhaltsstoffe in der Schokolade - also vor allem der Kakao mit seinen Flavonoiden - die Gefäße schützen kann und den Blutdruck senkt und damit auch das Risiko eines Schlaganfalles reduziert. Doch eine wirkliche Therapie scheint das nicht zu sein. Außerdem: Alle Ärzte betonen, dass man bei dem Konsum von Schokolade auf das Gewicht achten müsse, damit eine Gewichtszunahme nicht alle positiven Effekte wieder zerstört.

Berliner Ärzteblatt 17.09.2012/ Quelle: Neurology, doi: 10.1212/WNL.0b013e31826aacfa

Weitere Informationen:
Schokolade senkt Blutdruck: Aber nur ein wenig
Schokolade: Gesundheitswunder Flavonole
Schokolade: In Maßen gesund

 
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