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Schmerzmittel sind für das Herz gefährlich

Sie nennen sich im ärztlichen Sprachgebrauch NSAID, die Abkürzung für Non Steroidal Anti Inflammatory Drugs, was auf Deutsch so viel wie nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) bedeutet. Diese Mittel sind entzündungshemmende Schmerzmittel, die vorwiegend in der Rheumatherapie eingesetzt werden. Als eine ihrer Nebenwirkungen wurde Jahre nach ihrer Zulassung offenbart, dass einige von ihnen - insbesondere die mit der Wirkung der Cox-2-Hemmung (Cox-2 sind Stoffe im Körper, die Entzündungen anfachen) - das Herzinfarktrisiko erhöhen. Neuesten Erkenntnissen zur Folge betrifft das vor allem Patienten mit bestehenden Herzproblemen.

In der Studie, die in Dänemark statt gefunden hat, wurden 99.187 Patienten im Alter von über 30 Jahren analysiert, die zwischen 1997 und 2009 einen ersten Herzinfarkt erlitten hatten. Jeder der Patienten wurde nach einem und nach fünf Jahren erneut untersucht. Dabei ermittelten die Wissenschaftler 36.747 Todesfälle und 28.693 erneute Herzprobleme.

Von allen beobachteten Patienten mit einem Herzinfarkt hatten 44% innerhalb der fünf Jahre NSAID verschrieben bekommen. Die Einnahme des Schmerzmittels erhöhte das Sterberisiko nach einem Jahr um 59%. Nach fünf Jahren war dieses Risiko nicht gesunken, sondern sogar auf 69% erhöht. Ähnlich verhielt sich die Sachlage für erneute Herzprobleme. Die traten unter der Einnahme der Schmerzmedikamente nach einem Jahr um 30% eher ein, nach fünf Jahren waren sie aber sogar um 41% wahrscheinlicher.

Dr. Anne-Marie Schjerning Olsen, die die Studie durchgeführt hat, warnt nun davor, dass Patienten mit einem Herzinfarkt oder Herz-Kreislauf-Problemen auch noch Jahre nach dem Vorfall besonders gefährdet sind, Schaden durch eine Gabe von NSAID könnten ganz unabhängig davon entstehen, wann der Herzinfarkt vorgefallen sei. Normalerweise würde das Risiko eines zweiten Herzinfarktes bei Herzinfarktpatienten nach fünf bis zehn Jahren kaum noch vorhanden sein. Deshalb sollten Ärzte Nutzen und Risiken der Gabe von NSAID bei Herzpatienten genau gegeneinander abwägen.

Berliner Ärzteblatt 13.09.2012/ Quelle:  CIRCULATIONAHA.112.112607, doi: 10.1161/

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