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Die meisten Patienten mit Herzinsuffizienz können nicht auf der linken Seite schlafen (Foto: stck.xchng Image ID: 139139)
Die meisten Patienten mit Herzinsuffizienz können nicht auf der linken Seite schlafen (Foto: stck.xchng Image ID: 139139)
Auf der linken Seite zu schlafen, ist für Herzkranke oft unerträglich

Bei den meisten Menschen mit einer chronischen Pumpschwäche des Herzens nehmen die Beschwerden zu, wenn sie sich nachts auf die linke Seite drehen. Früher vermuteten Ärzte als Ursache eine vermehrte Herzbeweglichkeit oder gar ein „Wanderherz“. Tatsächlich wird die Luftnot bei der chronischen Herzinsuffizienz durch eine Verschiebung des Blutvolumens verursacht, die dann die linke Seite des Herzens belastet. Hinzu kommt, dass bei Linkslage das Stresshormon Noradrenalin freigesetzt wird. Was die Pumpleistung des Herzens fördern soll, fügt Erkrankten aber zusätzlichen Schaden zu.

Patienten mit einer chronischen Herzinsuffizienz leiden meist unter Luftnot (Dyspnoe), die am Beginn der Krankheit überwiegend nach körperlichen Belastungen auftritt. Später bekommen Sie aber auch im Ruhezustand und mit dem weiteren Voranschreiten der Herzproblem sogar im Liegen nicht mehr ausreichend Luft.

Sobald sich die Betroffenen im Bett auf ihre Linke Seite drehen, werden die Symptome der Atemnot (Orthopnoe) nur noch schlimmer. Patienten die darunter leiden, wälzen sich oft im Bett hin und her, um die richtige Schlafposition zu finden. Ärzte nennen das Trepopnoe. Die Fragen, wie dieses Symptom zustande kommt, wurde lange falsch beantwortet. Trepopnoe wird eben nicht dadurch verursacht, dass sich das Herz bei einer Pumpschwäche gewissermaßen aus seinen Verankerungen löst und im Brustkorb hin und her bewegt.

Vielmehr findet ein Verschieben des Blutvolumens statt. Das Blut bewegt sich im Liegen aus den Beinen und dem Bauchraum über den rechten Teil des Herzens in die Lungen. Bei Gesunden bleibt das ohne Probleme. Bei Patienten mit einer Herzinsuffizienz staut sich aber das Blut in der Lunge und das löst die Atemnot aus. Außerdem aktiviert die Linksseitenlage einen anderen Prozess. Weil bei der Pumpschwäche des Herzens der Druck in den Blutgefäßen sinkt, gibt das vegetative Nervensystem Alarm. Es setzt das Stresshormon Noradrenalin frei, um die Herzleistung zu steigern. Bei Patienten mit Herzinsuffizienz schafft das das Herz aber nicht und erleidet weiteren Schaden.

Die Rechtsseitenlage wirkt sich dagegen beruhigend auf das vegetative Nervensystem aus. Für Menschen mit Herzinsuffizienz ist sie die schonendere Schlafposition und ist aus ärztlicher Sicht sogar ein Selbstschutzmechanismus.   



Berliner Ärzteblatt 07.07.2011/ Quelle: C. Burkhard-Meier: Trepopnoe bei chronischer Herzinsuffizienz. DMW Deutsche Medizinische Wochenschrift 2011; 136 (23): S. 1257-1259
 
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