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Herzschwäche kann vererbt werden

Eine Schwäche des Herzmuskels ist nicht immer eine Folge von Bluthochdruck, Diabetes oder Gefäßverkalkung. Inzwischen haben Ärzte heraus gefunden, dass man eine Herzinsuffizienz (HI) auch erben kann. Es gibt also auch eine genetische Veranlagung für Herzschwäche.

Prof. Dr. Hugo Katus aus Heidelberg betont, wie neu die Erkenntnis der Bedeutung genetischer Faktoren ist.  Der Kardiologe weist auf die Konsequenzen hin, die aus der Tatsache der erblichen Veranlagung zu Erkrankungen des Herzmuskels und zur Herzinsuffizienz folgen. „Wenn es in der Familie einen einzigen Fall von Herzmuskelschwäche gibt," warnt Katus, „sollten sich alle Verwandte ersten Grades untersuchen lassen.“

Diese Untersuchung erfolgt durch eine Ultraschalluntersuchung. Sie deckt die Erkrankung auf, selbst wenn es noch gar keine Symptome gibt. Und das bringt dem Patienten große Vorteile. So betont Katus, dass die frühe Diagnose die Überlebenschancen drastisch erhöht. Durch den Einsatz von Medikamenten wie ACE-Hemmer, Beta-Blocker, Diuretika und Aldosteron-Antagonisten lasse sich die Sterblichkeit infolge HI um rund die Hälfte reduzieren.

Wichtig sei es auszuschließen, dass durch eingeschränkte Pumpleistung des Herzens auch anderen Organe in Mitleidenschaft gezogen werden. Herzinsuffizienz führt häufig zu Störungen der Nierenfunktion, des Magen-Darmtrakts, des Skelettmuskels oder zu Depressionen.

Weil aber nicht alle Patienten gut auf die Medikamente ansprechen, schreite bei diesen das Versagen des Herzmuskels voran. Dagegen könnten dann nur noch neue Diagnoseverfahren helfen, mit denen in Zukunft die Ursachen der Erkrankung besser unterschieden und dann auch individualisierter behandeln werden könnten.

Wenn das alles auch nicht hilft, stand bei einer weit fortgeschrittenen HI bislang nur die Herztransplantation zur Verfügung, räumt Katus ein. Doch das ändert sich. Die Entwicklungen in der mechanischen Pumpunterstützung des Herzens schreiten schnell voran. Deshalb, so der Kardiologe, gibt es "immer bessere Möglichkeiten, Patienten auch mit Kunstherzen zu versorgen". Allerdings müsse noch eine entsprechende Infrastruktur zur Betreuung dieser Patienten aufgebaut werden.

Berliner Ärzteblatt 03.04.2013/ Quelle: 79. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK)

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