Frauen
Männer
Allergien
Atmungsorgane
Augen, Ohren, Mund, Zähne
Diabetes, Stoffwechselkrankheiten
Haut
Herz-Kreislauf - Herzinfarkt, Schlaganfall
Infektionen, Immunsystem
Migräne, Kopf- und andere Schmerzen
Krebs
Leber, Magen, Darm, Niere, Schilddrüse
Rheuma, Rücken, Gelenke, Knochen
Psyche, Nerven, Gehirn, Suchtkrankheiten
Alternativ
Weitere Krankheiten
 
 

Herzschwäche und Herzinfarkt: Bedeutender Faktor Alter, erhebliche Unterschiede zwischen Männern und Frauen

Wer an Herzschwäche leidet, hat ein hohes Sterblichkeitsrisiko. Ab dem 60. Lebensjahr steigt die Erkrankungshäufigkeit stark an, Frauen sind seltener betroffen als Männer. Etwas anders und dramatischer ist die Situation bei einem Herzinfarkt:  Etwa ein Viertel der behandelten Herzinfarkt-Patienten sind nach fünf Jahren nicht mehr am Leben. Entscheidenden Einfluß haben das Alter der Patienten, die Schwere des Infarkts und der Body-Mass-Index.

Frauen leiden seltener an Herzinsuffizienz als Männer, bei beiden Geschlechtern steigt die Erkrankungshäufigkeit ab 60 Jahren aber an. Und das bringt eine erhebliche Zunahme der Sterblichkeit mit sich. Geschlechterunterschiede zeigten sich bezüglich einiger Risikofaktoren und Biomarker, wobei Frauen jeweils ein geringeres Risiko hatten als Männer.  

In einer Studie wurden die Daten von insgesamt mehr als 78.000 Personen, die zum Zeitpunkt der Erstuntersuchung keine Herzinsuffizienz hatten, aus vier europäischen Untersuchungen ausgewertet. Während einer Zwischenuntersuchung nach knapp 13 Jahren wurden weniger Fälle von Herzinsuffizienz bei Frauen (5,9 Prozent) als bei Männern (7,3 Prozent) beobachtet.

„Frauen hatten ein weniger ausgeprägtes kardiovaskuläres Risikoprofil als Männer und weniger kardiovaskuläre Erkrankungen. Die Inzidenz der Herzinsuffizienz stieg in beiden Geschlechtern relevant nach dem 60. Lebensjahr an, wobei Männer initial einen rascheren Anstieg hatten, den Frauen erst mit über 85 Jahren aufholten“, erklärt Dr. Christiane Magnussen vom Universitären Herzzentrum Hamburg. „Inzidente Herzinsuffizienz war mit einem über 6-fach erhöhten Mortalitätsrisiko assoziiert.“ Sie stellt auch fest, dass die klassischen kardiovaskulären Risikofaktoren in beiden Geschlechtern rund 60 Prozent des Risikos erklärten.

Wenn es sich um einen Herzinfarkt handelt, dann gestaltet sich die Lage dramatischer. Etwa ein Viertel der behandelten Herzinfarkt-Patienten sind nach fünf Jahren nicht mehr am Leben. Neben dem Alter der Patienten und der Schwere des Infarkts ist die Langzeit-Sterblichkeit auch vom Body-Mass-Index abhängig. Der wichtigste Faktor zum Erreichen einer niedrigen 5-Jahres-Mortalität ist die erfolgreiche Durchführung einer Katheter-Intervention (PCI) in der Akuttherapie des Infarktes. Das hat eine Untersuchung des Bremer Instituts für Herz- und Kreislaufforschung am Klinikum Links der Weser ergeben. 

Ausgewertet wurden die 5-Jahres-Nachbeobachtungsdaten von Patienten, die von Januar 2006 bis Dezember 2012 wegen eines ST-Hebungs-Myokardinfarkts (STEMI) interventionell behandelt wurden. Im Bremer STEMI-Register (BSR) sind seit 2006 Daten aller STEMI-Patienten in einer großen Region in Nordwest-Deutschland mit rund einer Million Einwohner erfasst.

Es wurden 3.736 Patienten untersucht. 95,3 Prozent der Patienten hatten in der Akuttherapie eine erfolgreiche Katheter-Intervention erhalten. Die Akut-Mortalität der Patienten betrug 8,4 Prozent, nach fünf Jahren waren 21,3 Prozent der Patienten verstorben.

Die stärksten Einflußfaktoren auf ein erhöhtes Langzeit-Mortalitätsrisiko waren ein Alter über 75, eine eingeschränkte Nierenfunktion mit Kreatininwerten von oder über 2 mg/dl und die Größe des Infarkts mit CPK-Werten von oder über 3000 U/I. Ein Body-Mass-Index zwischen 25 und 35 kg/m² war mit einer niedrigeren Langzeit-Mortalität assoziiert, während bei einem BMI von mehr als 35 kg/m² keine bedeutende Auswirkung auf die Mortalität hatte, während ein BMI von weniger als 20 kg/m² mit einer signifikant erhöhten Mortalität verbunden war. Die Klinik-Aufnahme der Herzinfarkt-Patienten am Wochenende oder an einem Werktag hatte keinen Einfluss auf die Mortalität.

10.4.2018 cs/ Quelle: 84. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK)

 
Seite versenden  
Seite drucken