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Patienten mit Herzschmittacher oder implantierten Defibrillatoren sollten einen Sicherheitsabstand zu Hochspannungsleitungen und Smartphones wahren
Patienten mit Herzschmittacher oder implantierten Defibrillatoren sollten einen Sicherheitsabstand zu Hochspannungsleitungen und Smartphones wahren
Elektromagnetische Felder können implantierte Herzhilfen stören

Menschen, die Herzschrittmacher oder Kardioverter-Defibrillatoren (ICD) implantiert bekommen haben, sollten einen Sicherheitsabstand von Smartphones wahren und den Aufenthalt unterhalb von Hochspannungsleitungen meiden. Untersuchungen zeigen, dass elektromagnetische Felder die Funktion dieser Geräte aussetzen können.

Eine Ärztegruppe des Deutschen Herzzentrums in München hat 147 Patienten mit Herzschrittmachern und 161 mit ICDs Tests unterzogen. Und dabei festgestellt, dass diese Rhythmusgeber des Herzens elektromagnetische Strahlungen von Smartphones falsch erkennen und als Herzsignal missdeuten. Das veranlasst sie, ihre Arbeit kurzzeitig einzustellen. Derartige Aussetzer können zu Ohnmachtsanfällen führen. Einem implantierten Defibrillatoren gaukeln die Signale des Smartphones eine lebensbedrohliche Situation vor, der den ICD dazu verführt einen schmerzhaften Schock auszulösen.

Allerdings: Bei 3400 durchgeführten Tests trat nur ein solcher Fall auf. Das hört sich wenig an, wenn man aber bedenkt, wie viele Telefongespräche über das Smartphone täglich geführt werden, dann bekommt die Warnung der Ärzte Gewicht, Smartphones nicht zu nahe an sich heran zu lassen - vor allem bei Nutzung des eigenen Gerätes. Den Sicherheitsabstand beziffern sie auf 15 - 20 Zentimeter zwischen Telefon und Herzgerät.

In einer zweiten Untersuchung haben Ärzte vom Herzinstitut der Universität Montreal, Kanada, 21 Herzschrittmacher- und 19 ICD-Modelle den elektromagnetischen Feldern von Hochspannungsleitungen ausgesetzt. Die Geräte verkrafteten im bipolaren Modus bis zu 8,6 kV/m ohne in ihrer Funktion beeinträchtigt zu werden. kV/m bedeutet Kilovolt pro Meter und ist die Einheit, in der die Stärke von elektromagnetischen Feldern angegeben wird. In Deutschland gilt als Grenzwert für elektromagnetische Feldstärken 5 kV/m. Direkt unter Hochspannungsleitungen können laut Elektrosmoginfo aber auch bis zu 10 kV/m herrschen.

In unipolaren Modus liegt der Wert, ab dem es brenzlig werden kann, aber viel niedriger. In den Versuchen traten Störungen je nach Empfindlichkeitsstufe zwischen 1,5 und 2,9 kV/m auf. Die Sicherheitsauflagen (ISO Standard) verpflichtet Hersteller, die Geräte bis zu einer Feldstärke von 5,4 kV/m abzuschirmen. Um Beeinträchtigungen zu vermeiden, raten Ärzte Patienten mit Herzschrittmacher oder ICD dazu, nicht mit dem Fahrrad unter Hochspannungsleitungen zu fahren oder dort spazieren zu gehen. Im Auto bestehe keine Gefahr, weil der Faradaysche Käfig (Abschirmung vor elektrischen Feldern) sie schütze.

24.06.2015/ Quelle: EHRA EUROPACE – CARDIOSTIM 2015

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