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Grippeimpfung: Kann sie dem Herz helfen?

Die Grippeimpfung ist im Augenblick in die Negativ-Schlagzeilen geraten. Denn zum einen mangelt es an Grippeimpfstoff und zum anderen wurden bestimmte Produkte wegen Qualitätsproblemen (Aufstockungen bzw. Verklumpungen der Inhaltsstoffe, die zu unerwünschten Nebenwirkungen wie allergische Reaktionen führen könnten) aus dem Verkehr gezogen. Da kommt doch eine Studie gerade recht, die untersucht hat, dass eine Grippeimpfung nicht nur vor der Grippe sondern möglicherweise auch vor Herzinfarkt und Schlaganfall schützen kann.

Dr. Jacob Udell ist Kardiologe am Women's College Hospital der Universität von Toronto. Er hat insgesamt 3227 Patienten untersucht, bei rund der Hälfte der Patienten war eine Herz-Erkrankung diagnostiziert, die andere Hälfte litt unter keinen Herzproblemen. Jeweils wiederum die Hälfte beider Gruppen erhielt eine Grippeimpfung, die andere nicht. Udell stellte fest, dass diejenigen Patienten, die eine Impfung erhalten hatten, innerhalb eines Jahres danach ein um 50% reduziertes Risiko hatten einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden oder an einem Herzproblem zu sterben. Auch bei dem allgemeinen Sterberisiko zeigte sich eine Risikominderung um 40%. Dabei spielte es im übrigen keine Rolle, ob die betroffene Person vorher eine Herz-Erkrankung hatte oder nicht.

Was die herzschützende Wirkung der Grippeimpfung ausmacht, konnte die Studie nicht klären. Es lag zumindest nicht allein daran, dass die Geimpften auch weniger häufig und schwer an einer Grippe erkrankten. Und auch nicht daran, dass Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu den Risikogruppen zählen, denen eine Grippeimpfung unbedingt empfohlen wird.

Dass die Grippeimpfung vor Herzinfarkt und Schlaganfall schützen kann, haben andere Studie auch schon gezeigt. In einer englischen Untersuchung (CMAJ; 2010; doi: 10.1503/cmaj.091891) wurde bei 16012 Erwachsenen eine Minderung des Herzinfarktrisikos um 19% durch die Impfung fest gestellt. In einer weiteren britischen Studie an 78.706 Patienten im Alter über 40 Jahren verringerte eine Impfung das Herzinfarkt-Risiko 20 %. Eine frühzeitige Impfung zwischen September und November hatte den besten Effekt. Spätere Impfungen im Winter senkten das Risiko nicht so ausgeprägt. Bei diesen beiden Studien hatten Kritiker allerdings Ungenauigkeiten und Verzerrungen angemahnt. Sie wendeten ein,  dass potenziell gefährdete Herzinfarkt Patienten aus der Grippeimpfung nur einen Nutzen ziehen können, weil ihr Immunsystem durch die Impfung gestärkt werde.


Berliner Ärzteblatt 29.10.2012/ Quelle: Canadian Cardiovascular Congress (CCC), Toronto
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