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Diagnose > Herz Kreislauf
Neue Gerinnungshemmer: Vorteile für Patienten mit Vorhofflimmern?

Patienten mit Vorhofflimmern werden im Allgemeinen mit dem Standardpräparat Marcumar behandelt, um Schlaganfälle und Embolien zu verhindern. Doch neue Antikoagulanzien (Gerinnungshemmer) bieten Vorteile. Zumindest behaupten das die beiden Professoren Dr. Christoph Bode und Dr. Martin Moser von der Universitätsklinik Freiburg.

In Deutschland leiden zirka 300.000 Menschen an Vorhofflimmern. Diese häufige Herzrhythmusstörung ist für etwa ein Viertel der Schlaganfälle verantwortlich und birgt ein erhöhtes Embolierisiko. Zur Prophylaxe ist eine gerinnungshemmende Behandlung nötig. Bislang wurden dafür orale Vitamin-K-Antagonisten (VKA) verwendet, zu denen auch Marcumar gehört. VKA hemmen die Synthese von Gerinnungsfaktoren in der Leber. Die VKA-Dauertherapie ist mit Nachteilen wie erhöhtem Blutungsrisiko und Einschränkungen der Lebensqualität verbunden. Ihre Wirksamkeit wird durch Vitamin-K-haltige Lebensmittel (z. B. Sauerampfer, Zwiebeln) vermindert oder durch Wechselwirkung mit anderen Arzneimitteln beeinflusst. Deshalb bedarf die gerinnungshemmende Therapie mit VKA der ständigen Überwachung.

Doch mittlerweile gibt es neue gerinnungshemmenden Arzneimittel. Die neuen Wirkstoffe reagieren direkt mit einzelnen Gerinnungsfaktoren. Kontrollmessungen können auf Grund ihrer vorhersehbaren Wirkstärke und dem geringen Interaktionspotenzial mit Pharmaka oder Nahrungsmitteln entfallen. Zudem treten Gehirnblutungen seltener auf, als bei VKA-Standardpräparaten. Ein weiterer Vorteil: Die risikobehaftete und kostenintensive Umsetzung von langwirksamen auf kurzwirksame Gerinnungshemmer vor und nach einer Operation kann ebenfalls entfallen.

Wermutstropfen: Die Preise der neuen Antikoagulanzien sind deutlich höher. „Allerdings werden aufgrund des wegfallenden Monitorings sowie der Vermeidung von Schlaganfällen und Blutungen auch Kosten reduziert. Bei der Budgetierung der Ärzte, muss das Einsparpotential für die Allgemeinheit berücksichtigt werden“, appellieren Bode und Moser.

wanc 23.01.2012/ Quelle: Hämostaseologie Ausgabe 1/12, Schattauer Verlag
 
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