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Gerinnungshemmer gegen Schlaganfall: Wie sicher sind die neuen Medikamente?

Gerinnungshemmer sollen helfen, einen Schlaganfall zu verhindern. Die Gerinnungshemmer verhindern, dass sich in der Herzkammer ein Blutgerinnsel bildet. Denn wenn sich das löst und ins Gehirn gelangt, kann es dort ein Blutgefäß verstopfen und den Schlaganfall auslösen. Nun gibt es drei neue Medikamente, die die Behandlung vereinfachen sollen. Doch diese werden kritisiert, weil sie ein hohes Blutungsrisiko mit sich bringen sollen. Nun behauptet eine neue Studie, dass dem nicht so ist.

Die neuen Gerinnungshemmer heißen Rivaroxaban (Handelsname: Xarelto®), Dabigatran (Handelsname: Pradaxa®) und Apixaban (Handelsname: Eliquis®). Ihr Vorteil: Bei ihnen muss der INR-Wert (Quickwert = Zeit, die das Blut zu Gerinnung benötigt) nicht ständig kontrolliert werden. Bei den bisher gängigen Medikamenten mit den Wirkstoffen Warfarin oder Phenprocoumon (bekannter Handelsname Marcumar®) sieht das anders aus. Da muss die ständige Kontrolle erfolgen, damit der Quickwert nicht zu stark sinkt - weil sich sonst die Gefahr innerer Blutungen erhöht - oder zu stark steigt - dann nimmt die Thrombosegefahr zu.

Die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) und die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) betonen, dass die Behandlung der Gerinnungshemmung, um die Fließfähigkeit des Blutes zu erhalten und Verklumpungen zu verhindern, insbesondere bei Patienten mit Vorhofflimmern eine sichere und effektive Vorbeugung von Schlaganfall darstellen. Ganz ohne Risiko ist die Behandlung jedoch nicht. Professor Dr. med. Joachim Röther, Chefarzt der Neurologischen Abteilung an der Asklepios Klinik Altona in Hamburg, warnt, dass alle bekannten Gerinnungshemmer zu Blutungen im Gehirn führen können, die dann einen Schlaganfall auslösen können.

Bei den bisher eingesetzten Gerinnungshemmern ist diese Gefahr anscheinend besonders hoch, weil deren Wirkung nur langsam einsetzt und sich wegen Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten und Nahrungsmitteln die Wirkstärke auch nur schwer vorher sehen lässt. Schon das macht die genaue Kontrolle der Blutgerinnung notwendig.

Bei den neuen Medikamenten entfällt das, weil sie anders wirken - nämlich direkt auf die Gerinnungsfaktoren und nicht wie die bisherigen indirekt über die Leber. In einer neuen Studie an 14.500 Patienten haben sich die drei neuen Medikamente als wirksamer im Vergleich zu Warfarin oder Phenprocoumon erwiesen, hebt Dr. med. Hans-Christoph Diener, Direktor der Klinik für Neurologie am Universitätsklinikum Essen, hervor. Auch hat diese Studie Vorbehalte für ein erhöhtes Blutungsrisiko nicht bestätigt. Es zeigte sich ein geringeres Blutungsrisiko, erklärt Diener.

Obwohl er Patienten mit Vorhofflimmern, die nach einem Schlaganfall einen Schutz benötigen, die Therapie mit einem der neuen Medikamente empfiehlt, sagt Diener, sind sie aber nicht für alle Patienten geeignet. Diese Medikamente müssten regelmäßig eingenommen werden. Das könnte bei älteren Patienten, die unter Demenz leiden, aber ein Problem sein.

Berliner Ärzteblatt 28.01.2013/ Quelle: Stroke
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