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Antidepressivum hilft zu mehr Beweglichkeit und Selbständigkeit nach Schlaganfall

Bisher wird der Wirkstoff Fluoxetin als Antidepressivum eingesetzt. Seinen Ruf hat sich das Medikament unter dem Handelsnamen „Prozac“ aber auch als Glückspille verdient. Vor allem in den USA wird sie als „Lifestyle-Droge“ kritisiert, weil sie nach hiesiger Einschätzung "oft leichtfertig" zur Steigerung der Leistung verschrieben wurde. Vielleicht wird das Mittel diesem Attribut nun gerecht – wenn auch in anderer Hinsicht. Denn möglicherweise kann das Antidepressivum Schlaganfallpatienten bei der Erholung helfen. Studien besagen, dass sie dadurch beweglicher und damit auch eigenständiger werden.

In einer Studie französischer Neurologen um Professor François Chollet von der Universitätsklinik Toulouse wurden 118 Schlaganfallpatienten  mit schweren einseitigen Lähmungen untersucht. Diese hatten neben einer Physiotherapie drei Monate lang entweder Fluoxetin oder ein Scheinmedikament eingenommen. Antidepressiva wie Fluoxetin – ein Medikament aus der Klasse der selektiven Serotonin-Wiederaufnahme Hemmer (SSRI) – werden in Deutschland schon jetzt häufig nach einem Schlaganfall verabreicht, um Depressionen zu behandeln.

Das Antidepressivum wurden den Patienten erstmals fünf bis zehn Tage nach dem Schlaganfall verabreicht. Die so behandelten Patienten erreichten nach drei Monaten bei der Bewertung ihrer Beweglichkeit auf einer 100-Punkte umfassenden Skala eine Verbesserung um 34 Punkte.  Zum Vergleich: Patienten, die das Scheinmedikament bekommen hatten, schafften dagegen "nur" 24 Punkte. Auch die Selbständigkeit der Betroffenen (wird mit der so genannten Rankin-Skala, die als Maß für die Unabhängigkeit der Patienten gilt) war unter Fluoxetin weit besser: Ein Drittel der Studienteilnehmer wurde als weitgehend selbstständig beurteilt. Ohne das Medikament war es nur jeder Neunte.

Berliner Ärzteblatt 10.03.11/ Quelle: Chollet F et al. Fluoxetine for motor recovery after acute ischaemic stroke (FLAME): a randomised placebo-controlled trial. Lancet Neurol. 2011 Feb;10(2):123-30. Epub 2011 Jan 7.
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