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Fluglärm stört die Funktion der Gefäße beträchtlich (Foto: Hierzuland / pixelio.de)
Fluglärm stört die Funktion der Gefäße beträchtlich (Foto: Hierzuland / pixelio.de)
Fluglärm macht Herz und Gefäße kaputt

Dass Fluglärm, insbesondere der nächtliche, krank machen kann, wurde oft bestritten. So kam eine im Jahr 2009 präsentierte Untersuchung im Zusammenhang mit der Lärmbelastung beim Frankfurter Flughafen zu dem Ergebnis, dass Fluglärm keine objektiven Auswirkungen auf die Gesundheit hat. Allenfalls eine "subjektiv starke" Beeinträchtigung wollte man anerkennen. Nun belegt eine neue Studie der II. Medizinischen Klinik und Poliklinik der Universitätsmedizin Mainz: Fluglärm kann bei gesunden Menschen zu Gefäßfunktionsstörungen, erhöhtem Stresshormonspiegel und zu einer verminderten Schlafqualität mit drastischen Auswirkungen auf das Herz-Kreislauf-System führen.

Lärm macht krank. Und Fluglärm macht sogar erheblich krank. Das weiß auch Prof. Dr. Thomas Münzel, Direktor der II. Medizinischen Klinik und Poliklinik der Universitätsmedizin Mainz: „Wir wissen, dass Fluglärm Bluthochdruck, Herzinfarkte und auch Schlaganfälle auslösen kann." Und mit Blick auf die von ihm durchgeführten Untersuchungen fügt er hinzu: „Diese Studie zeigt ganz konkret auf, wie und bei welchen Schallpegeln Gefäßschäden entstehen.“

Untersucht wurden 75 gesunde Männer im Durchschnittsalter von 26 Jahren. Bei diesen Männern wurden verschiedene körperliche Funktionen während der Nacht gemessen: entweder ohne Lärmbelästigung oder bei simulierten Lärmbedingungen. Simuliert wurden Nachtflüge mit einem durchschnittlichen Lärmwert von 60 Dezibel. Die Zahl der so nachgestellten nächtlichen Flüge betrug in den Versuchen 30 oder 60.

Bei den in dieser Form Beschallten steigerte der Nachtfluglärm das Stresshormon Adrenalin. Die Gefäßfunktion verschlechterte sich drastisch. Es stellte sich heraus, dass in dem Umfang in dem die Fluggeräusche zunahmen, die Erweiterungsfähigkeit der Arterien (Endothelfunktion) abnahm und sich sogar eine sogenannte endotheliale Dysfunktion entwickelte. Das bedeutet, dass die Regulierung der Gefäße gestört ist. Ärzte sagen, dass mit einer endothelialen Dysfunktion die meisten Herz-Kreislauf-Erkrankungen beginnen.

Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass sich durch die Lärmbelästigung in den Gefäßen als Folge viele freie Radikale bilden, die die Gefäßfunktion negativ beeinflussen. Und das könne für die Entstehung von lärmbedingtem Bluthochdruck und möglicherweise dessen Folgen wie Herzinfarkt und Schlaganfall verantwortlich sein.

Die Studie belegt auch, dass sich der Mensch nicht an den Fluglärm gewöhnt. Im Gegenteil. Folgte einer Nacht mit 30 Überflügen eine Nacht mit 60 Überflügen, dann verschlechterte sich die  Gefäßfunktion deutlich. Das Ausmaß der Gefäßschäden nimmt eher zu, betont Münzel.

Dass sich die durch Lärm ausgelöste Gefäßschädigung durch Vitamin C korrigieren lässt, empfindet Münzel als bemerkenswert. Ist es aber vielleicht doch nicht. Denn oxidativer Stress, der wird durch Lärm hervor gerufen, lässt sich nach Auffassung von Naturheilkundlern vor allem durch Vitamine bekämpfen.

Berliner Ärzteblatt 03.07.2013/ Quelle: European Heart Journal
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