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Das Fettgewebe des Körpers produziert Stoffe, die einen Herzinfarkt begünstigen (Foto: image100)
Das Fettgewebe des Körpers produziert Stoffe, die einen Herzinfarkt begünstigen (Foto: image100)
Herzinfarkt: Die fatale Rolle des Fettgewebes

Wer zu dick ist, sich wenig bewegt und beruflichen Stress hat, der kann schon bald das Opfer eines Herzinfarktes sein. Eine Studie hat nun heraus gefunden, wo genau das Problem und der Hauptverantwortliche zu finden ist: im Fettgewebe des Menschen.

Sie nennen sich Endocannabinoide und sind körpereigene Botenstoffe. Wissenschaftler sagen, dass sie mit den psychoaktiven Substanzen der Cannabis-Pflanze verwandt sind. Produziert werden die Endocannabinoide im Fettgewebe. Und zwar werden sie unter Stress vermehrt freigesetzt.

Endocannabinoide docken an Schaltstellen oder Rezeptoren im Hirn sowie an den Wänden der Blutgefässe an. In den Herzkranzgefässen beschränken sie die Elastizität der Wände, vermindern so die Weitstellung der Blutgefäße und reduzieren somit den maximalen Blutfluss in den Herzmuskel. Je grösser das auf die Körpergrösse bezogene Gewicht, der sogenannte Body-Mass-Index, ist, desto höher waren die im Blut gemessenen Endocannabinoid-Spiegel und desto niedriger war der maximale Blutfluss ins Herz.

Eine verminderte Elastizität der Herzgefässe bewerten Ärzte als eine Vorstufe zur Entwicklung einer koronaren Herzerkrankung, die zu einem Herzinfarkt oder im schlimmsten Fall zum Herztod führen kann. Um diese  fatale Wirkungskette zu unterbrechen, müsse man sich regelmässig bewegen, um die Fettpolster zu verkleineren und Stress im Alltag abbauen, was die Endocannaboid-Freisetzung reduziere.

Ausserdem eröffnet der nun aufgedeckte Wirkmechanismus einen möglichen Ansatzpunkt für neue herzschützende Medikamente. Gesucht werden Substanzen, die die negativen Wirkungen der Endocannabinoide an der Gefässwand neutralisieren könnten. Und das ist Ärzten zur Folge auch dringend notwendig, weil ungefähr 60 Prozent der Personen mit einer koronaren Herzerkrankung trotz optimaler präventiver Therapie schliesslich einen Herzinfarkt erleiden.

Berliner Ärzteblatt 20.09.2012/ Quelle: JACC: Cardiovascular Imaging 5: 805-812

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