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Herzschwäche: Eisenmangel wird nur selten behandelt

Patienten mit Herzinsuffizienz (HI - Schwäche des Herzmuskels) leiden oft auch unter Eisenmangel. Obwohl das bekannt ist, behandeln Ärzte ihre Patienten nur selten gegen diesen Mangel.

Kardiologen weisen darauf hin, dass Eisenmangel die Leistungsfähigkeit des bei Herzinsuffizienz bereits geschwächten Herzens weiter untergräbt. Und das hat schlimme Folgen. Denn Patienten, die neben einer Herzschwäche auch unter Eisenmangel leiden, leben kürzer. Experten schätzen, dass zwischen 37% und 50% aller Herzinsuffizienzpatienten gleichzeitig auch zu niedrige Eisenwerte im Blut aufweisen.

Mit einer Eisentherapie behandelt werden aber nur 4% diese Patienten. Das belegt eines Auswertung der Daten von mehr als 1.600 Patienten mit chronischer HI aus 17 Zentren in Deutschland und der Schweiz. Nur ein Viertel erhielt eine differenzierte labordiagnostische Eisendiagnostik. Das zeigt, dass selbst die Diagnose eines Eisenmangels nur selten zum Beginn einer Eisentherapie führt.

Warum das so ist, lässt sich nur schwer erklären. Die aktuelle Herzinsuffizienz-Leitlinie - medizinische Leitlinien sind Behandlungsempfehlungen, aber keine Vorschriften - der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) empfiehlt die Therapie des  Eisenmangels. Und zwar sollte sie bei einem Eisen-Wert von unter 100 µg/L erfolgen. Allerdings sollte die Gabe des Eisens nicht oral erfolgen, weil dabei nur wenig Eisen gespeichert wird und viele die Einnahme nur schlecht vertragen. Deshalb  sollte Eisen intravenös - wie z.B. Eisencarboxymaltose, welches zudem noch dextranfrei ist - verabreicht werden.

Dass die Eisensubstitution den Patienten hilft, hat eine Studie an der Berliner Charité bewiesen. 24 Wochen nach Beginn der Behandlung fühlten sich die Hafte der Patienten deutlich besser. Das bewahrheitete sich dann auch in Leistungsfähigkeit. Bei einem Gehtest legten die therapierten Patienten eine um 35 Meter längere Strecke zurück als die Unbehandelten.

Berliner Ärzteblatt 12.04.2013/ Quelle: 79. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK)

Eisen gegen Herzschwäche

 
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