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Sonnenschein entspannt die Gefäße und lässt damit den Blutdruck sinken (Foto; Sarah Blatt / pixelio.de)
Sonnenschein entspannt die Gefäße und lässt damit den Blutdruck sinken (Foto; Sarah Blatt / pixelio.de)
Wie die Sonne den Blutdruck senken kann

Wer seine Haut in die Sonne hält, besorgt sich damit nicht nur Einheiten, um sein Vitamin-D-Depot wieder aufzuladen oder eine "gesunde" Hautfarbe zu bekommen. Mediziner konnten jetzt nachweisen, dass durch Sonnenstrahlung hoher Blutdruck gesenkt damit die Gefahr von Herzinfarkt oder Schlaganfall vermindert werden kann.

Dennoch - irgendwie kommt es einem vor, wie die Wahl zwischen Pest und Cholera. Und letztlich sieht das auch Dr. Richard Weller von der Universität von Edinburgh, England, so. Denn die Haut lange Zeit der Sonne auszusetzen bedeutet, das Risiko für Hautkrebs dramatisch zu erhöhen. Doch wer wenig Sonne an seine Haut lässt, erhöht damit nicht nur die Gefahr, zu wenig Vitamin D mitzubekommen, sondern auch an einem Herzproblem zu erkranken.

Dass es einen Zusammenhang zwischen Sonne und Bluthochdruck gibt, zeigten Daten, dass der Blutdruck und das Vorkommen von Herzinfarkt und Schlaganfall im Winter und in Regionen mit geringerer Sonnenstrahlung höher ist. Wo die Verbindung besteht, haben die Wissenschaftler nun in einem Versuch belegen können. Es sind die UVA- (ultraviolette) Strahlen, die etwas im Körper bewegen.

Was da passiert, beschreiben die Wissenschaftler so: Durch die UV-Strahlen werden Stickoxide (NO) in der Haut freigesetzt und verteilen sich im Körper. Sie bewirken, dass sich die Blutgefäße erweitern, es damit das Herz leichter hat, das Blut durch die Gefäße zu pumpen und deshalb der Blutdruck sinkt. Stickstoffmonoxid wird bereits zur Behandlung von Angina Pectoris, einer Durchblutungsstörung des Herzens, eingesetzt, um Engstellen in den Herzkranzgefäßen zu beseitigen.

Prof. Martin Feilsch von der Universität von Southampton ist überzeugt, dass die Diskussion über Gesundheitsgefahren von Sonnenlicht neu geführt werden muss: "Exzessives Sonnen sollte man vermeiden, um sich vor Hautkrebs zu schützen. Aber sich ihr überhaupt nicht auszusetzen, erhöht das Risiko für Herz- und Gefäßerkrankungen."

Ab wann Sonnen allerdings anfängt, gefährlich zu werden, das ist gar nicht so einfach zu bestimmen. Dabei spielen beispielsweise der Hauttyp, Jahreszeit und UV-Strahlung eine Rolle. In dem Versuch dauerte die Bestrahlung jeweils maximal 20 Minuten.


Berliner Ärzteblatt 21.01.2014/ Quelle: Journal of Investigative Dermatology

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