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Antidepressiva: Gefahren für das Herz

Sie nennen sich selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI). Sie werden vom Arzt gegen Depressionen verschrieben und sollen die Stimmung aufhellen und Ängste dämpfen. Dazu sorgen diese Medikamente dafür, dass der Botenstoff Serotonin nicht gleich wieder von Nervenzellen aufgenommen wird, sondern zur Übertragung von Signalen erhalten bleibt. Doch jetzt zeigen Wissenschaftler, dass manche dieser Antidepressiva den Herzrhythmus stören.

Die Warnung hat die US-amerikanische Arzneimittelbehörde FDA (US Food & Drug Administration) heraus gebracht. Sie wies darauf hin, dass das Medikament Citalopram (ein Antidepressiva aus der Klasse der SSRI) dem Herz gefährlich werden könnte, weil es den Herzrhythmus stört. Die FDA gab zu bedenken, dass ähnliche Nebenwirkungen auch andere SSRIs haben könnten.

Ärzte vornehmlich vom Krankenhaus in Boston haben jetzt die Daten von 38.397 Erwachsenen ausgewertet, die zwischen 1990 und 2011 wegen Depressionen behandelt worden waren. Dabei ermittelten sie, dass der sogenannte QT-Intervall - das ist ein Messwert, anhand dessen man das Risiko für Herzrhythmusstörungen beurteilen kann - bei bestimmte Antidepressiva verlängert war. Diese Verlängerung zeigte sich bei den Medikamenten Citalopram, Escitalopram und dem trizyklischen Antidepressiva Amitriptylin. Der QT-Intervall verlängerte sich um so mehr, je höher die Dosis der Medikamente war. Andere Antidepressiva zeigten diese Auswirkungen nicht.

Warum bedeuten diese Erkenntnisse Gefahr für diejenigen, die derartige Medikamente einnehmen?  Eine Verlängerung des QT-Intervalls zeigt an, ob ein Patient unter Herzrhyhthumsstörungen leidet. Je länger der Intervall ist desto höher ist die Gefahr für derartige Herzrhyhthumsstörungen und den plötzlichen Herztod: Das Risiko kann um bis zum Fünffachen steigen. Dennoch betonen die Ärzte, dass die Risikoerhöhungen für Herzprobleme den Nutzen dieser Medikamente bei der Behandlung von Depressionen nicht aufheben, Betroffene die Medikamente also weiter einnehmen sollten.

Ob das allerdings insbesondere für Citalopram auch so gilt, bliebt fraglich. Denn Kritiker bemängeln, dass diese Medikament gegenüber anderen SSRIs - genannt ist ausdrücklich Fluoxetin - keinen Vorteil bringt. Denn neben der üblichen Nebenwirkungen dieser Medikamenteklasse - wie Übelkeit, Kopfschmerzen, Ejakulationsstörungen, Mundtrockenheit und Zittern - wurde bei hohen Dosen Citalopram eine erhöhte Suizidneigung ermittelt.

Berliner Ärzteblatt 30.01.2013/ Quelle: BMJ 2013

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