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Anämie: Übliche Behandlung nutzt nichts

Anämie (Blutarmut) kennzeichnet den Mangel an roten Blutkörperchen (Erythrozyten) und rotem Blutfarbstoff (Hämoglobin). Anämien treten häufig in Zusammenhang mit Herzversagen auf. Um schwere Folgeerkrankungen in anderen Organen oder den Herztod zu vermeiden, wird Blutarmut mit der intravenösen Gabe von Eisen oder durch Medikamente behandelt, die die Bildung roter Blutzellen ankurbeln sollen.

In einer Studie wurden 2278 Patienten mit Herzinsuffizienz und Blutarmut mit einem Medikament (Darbepoetin alfa, Handelsname Aranesp®) oder mit einem Scheinmedikament behandelt. Darbepoetin alfa ist die Standardtherapie, um die Hämoglobin-Werte zu verbessern und damit die Bildung roter Blutzellen anzuregen. 50,7% (576) der 1136 mit Darbepoetin alfa behandelten Patienten starben oder mussten wegen einer Verschlimmerung der Herzprobleme. Bei den 1142 mit einem Scheinmedikament versorgten Patienten betrug der Anteil 49,5% (565).

In der Darbepoetin alfa-Gruppe bekamen 42 (3.7%) und in der Scheinmedikament-Gruppe 31 (2,7%) einen Schlaganfall, Thrombosen wurden bei 153 (13,5%) bzw. 114 (10%) festgestellt.

Aus diesen Ergebnissen schließen die Wissenschaftler, das Medikamente, die die Bildung von roten Blutzellen fördern sollen, keine effektive Behandlungsalternative darstellen. Zwar erhöhe Darbepoetin alfa die Hämoglobinwerte sehr frühzeitig und auch anhaltend. Doch bei Patienten mit Herzversagen und Anämie könne sie weder Krankenhausaufenthalte noch die Sterberate reduzieren. Wahrscheinlich sei der Hämoglobinwert eher ein Anzeichen für die Behandlungsaussichten bei Herzversagen als ein therapeutisches Ziel.

Berliner Ärzteblatt 13.03.2013/ Quelle:  N Engl J Med. 2013
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